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Ärztin entwickelt App gegen Endometriose

Endometriose ist eine Erkrankung, von der viele Frauen betroffen sind. Typischerweise treten bei einer Endometriose Zysten und Entzündungen im Körper auf, da sich die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle im Körper ansiedelt. Bisher gilt die Krankheit, von der bis zu 60 Prozent aller ungewollt kinderlosen Frauen betroffen sind, als behandelbar, aber nicht heilbar. Dennoch haben Betroffene die Möglichkeit, mit engmaschigen Untersuchungen und unterstützenden Hilfsmitteln ihre Lebensqualität zu verbessern. Als vielversprechender Hoffnungsträger zur unterstützenden Behandlung von Endometriose gilt eine neue App, die sich aktuell im Genehmigungsprozess befindet und die das Wohlbefinden der betroffenen Patientinnen vergrößern soll.

Endometriose-App mit vielseitigen Funktionen

Bildquelle: © Claudia Felbermayer / Canva

Endometriose-App mit vielseitigen Funktionen

Endometriose geht in schwerwiegenden Fällen mit Schmerzen am ganzen Körper einher. Typischerweise leiden die betroffenen Frauen unter starken Unterleibs- und Menstruationsschmerzen. Es gibt zwar wirksame Behandlungsmöglichkeiten wie Medikamente oder operative Eingriffe, um größere Endometrioseherde zu entfernen. Dennoch kommt die Krankheit häufig zurück und lässt sich nicht vollumfänglich heilen. Ein zusätzliches Problem besteht darin, dass die Diagnose “Endometriose” oft erst nach vielen Jahren gestellt wird – zu einem Zeitpunkt, an dem viele betroffenen Frauen bereits chronische Schmerzen entwickelt haben.

Patientinnen suchen daher verstärkt nach neuen Wegen und Möglichkeiten, um sich selbst über die Krankheit zu informieren. Die neue Endometriose-App setzt genau dort an: Indem sie Patientinnen unter anderem mögliche Therapieoptionen aufzeigt, darunter auch erfahrungsbasierte Optionen, die bereits vielen Frauen geholfen haben. Sie möchte Patientinnen zum Selbstmanagement anleiten und ihnen helfen, ihre Krankheit aus wissenschaftlicher Sicht besser zu begreifen. Daher finden Patientinnen in der Endometriose-App neben wichtigen Informationen zum Krankheitsbild und typischen Symptomen ebenfalls Anleitungen zur richtigen Ernährungsweise, Entspannungstechniken oder zu sozialen Themen vor. Außerdem können betroffene Patientinnen ein umfangreiches Symptomtagebuch anlegen, in dem sie ihre Beschwerden genau dokumentieren können.

Dadurch steht es Patientinnen frei, ihre Krankheit und ihren eigenverantwortlichen Umgang damit bewusst zu managen. Denn dieses Selbstmanagement bleibt auch im medizinischen Behandlungsverlauf oft auf der Strecke. Da Ärzte oftmals keine Zeit für ausführliche Beratungsgespräche haben, wissen betroffene Patientinnen oftmals nicht, wie sie ihre Fortschritte in den Alltag integrieren können. An diesem Punkt setzt die Endometriose-App an: Sie gibt den Betroffenen die Möglichkeit, sich auch im Alltag ausführlich mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen und Aktivitäten wie Sport, Ernährung und Entspannung und ihre Auswirkungen auf den Therapieerfolg dokumentarisch festzuhalten.

Eine weitere, wichtige Säule der Endometriose-App bilden wertvolle Alltagstipps rund um Arbeit und Beruf. Betroffene Patientinnen können in der App erfahren, wie sie mit der Diagnose und einer daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeit umgehen. Auch für Arbeitgeber finden sich wertvolle Hinweise, wie sie an Endometriose erkrankte Mitarbeiter bestmöglich unterstützen können. Daneben ermutigen die Ausführungen alle betroffenen Patientinnen dazu, die richtige Balance zwischen Aktivität und Erholung zu finden. Um das Gelesene in die Tat umzusetzen, können App-Nutzerinnen die in der App vorgestellten Übungen eigenständig ausprobieren.

Ebenfalls thematisiert die Wissensdatenbank den wichtigen Aspekt des gesunden Schlafens. So können Betroffene, die durch die Erkrankung akute oder chronische Schlafstörungen bekommen haben, Hilfe zur Selbsthilfe erhalten. Umfassende Ausführungen zum Thema beschäftigten sich unter anderem mit der richtigen Ernährungsweise, die zu einem gesunden Schlaf beiträgt sowie mit der Entstehung und Wirkungsweise des Schlafhormons Melatonin. Um dauerhaft von einer gesünderen Nachtruhe zu profitieren, erfahren Endometriose-Patientinnen außerdem, welche Störfaktoren sie vermeiden sollten.

Erste Beobachtungsstudie mit vielversprechenden Ergebnissen

Eine erste Beobachtungsstudie zur Endometriose-App mit insgesamt 106 Teilnehmerinnen liefert vielversprechende Ergebnisse. So berichten Frauen, die die App genutzt haben, über eine statistisch signifikante Steigerung der Lebensqualität und verringerten Auswirkungen der Schmerzen. Selbstverständlich berücksichtigt die App, in der sensible Patientendaten erhoben werden, dabei alle notwendigen Datenschutzrichtlinien. So werden die erhobenen Daten ausschließlich auf deutschen Servern gespeichert und verschlüsselt. Lediglich die jeweilige Nutzerin kann auf ihre eigenen Daten zugreifen.

Veröffentlichungsdatum im nächsten Jahr geplant

Es ist geplant, dass die neuartige Endometriose-App im nächsten Jahr im Apple bzw. Google Store zum Download bereitsteht. Derzeit befindet sich die Anwendung noch im Genehmigungsprozess für die Krankenkassenerstattung. Interessierte Patientinnen können sich wiederum auf einer Warteliste eintragen und zum gegebenen Zeitpunkt informiert werden.

Fazit: Umfassende Hilfsmöglichkeiten für Frauen mit Endometriose

Bisher fühlten sich Frauen, die unter Endometriose leiden, oft allein gelassen. Dank vielversprechenden Therapien sowie einem wachsenden Netzwerk aus unterstützenden Angeboten verschaffen sich die Betroffenen zunehmend Gehör. Zukünftig dürften digitale Anwendungen wie die neue Endometriose-App die Krankheit noch stärker bekannt machen, dabei helfen, Betroffene zu unterstützen sowie zu einer breiteren gesellschaftlichen Akzeptanz beitragen.

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