Ergo Tierkrankenversicherung im Test

Allergietest beim Hund: Kosten und welcher Test etwas aussagt

Ein positiver Bluttest beweist noch keine Allergie. Wir zeigen, welcher Test bei Ihrem Hund tatsächlich eine verlässliche Antwort liefert, und was er kostet.

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Geschrieben von Laura Schneider

Das Wichtigste in Kürze

  • Ob Ihr Hund eine Allergie hat, stellt die Praxis aus Untersuchung und Vorgeschichte fest, nicht mit einem Test und schon gar nicht mit einem Haartest aus dem Internet.
  • Haut- und Bluttests zeigen danach, auf welche Stoffe Ihr Hund reagiert, und helfen bei der Planung einer Gewöhnungsbehandlung (Hyposensibilisierung).
  • Eine Futtermittelallergie lässt sich nur mit einer mehrwöchigen Ausschlussdiät erkennen, bei der Ihr Hund ausschließlich ein Spezialfutter bekommt.
  • Der Hauttest wird pro Probe berechnet; bei 20 getesteten Allergenen kommt er nach der amtlichen Gebührenordnung auf 171,54 bis 514,62 Euro brutto.
  • Ist Ihr Hund noch beschwerdefrei, schließen Sie die Krankenversicherung jetzt ab; bestehenden Juckreiz müssen Sie im Antrag angeben, und er ist meist nicht versichert.

Welcher Allergietest beim Hund sagt was aus?

Kein Allergietest beim Hund beweist allein, dass eine Allergie vorliegt. Die Leitlinie der internationalen Fachgruppe für Allergien bei Tieren (ICADA) beschreibt Haut- und Serumtests als Werkzeuge, um nach der klinischen Diagnose einer atopischen Dermatitis die auslösenden Allergene zu finden, etwa für eine Hyposensibilisierung. Atopische Dermatitis ist eine allergische Hauterkrankung, die Stoffe aus der Umgebung auslösen, nicht das Futter.

TestWas er zeigtWas er nicht zeigt
Intrakutantest (Hauttest)auf welche gespritzten Allergene die Haut reagiertob Ihr Hund überhaupt allergisch ist
Serumtest (IgE-Bluttest)gegen welche Stoffe der Hund Antikörper gebildet hatob diese Stoffe ihn tatsächlich krank machen
Ausschlussdiätob das Futter die Beschwerden auslöstUmweltallergien
Haar- oder Speicheltestnichts Verlässlicheseine Allergie

Beim Intrakutantest spritzt die Praxis winzige Mengen einzelner Allergene in die Haut und beobachtet, wo eine Quaddel entsteht. Beim Serumtest schickt sie Blut an ein Labor, das die IgE-Antikörper misst. Antikörper zeigen, dass der Hund einem Stoff begegnet ist, nicht, dass er darunter leidet.

Für eine vermutete Futtermittelallergie hilft keiner der beiden Tests. Eine systematische Übersichtsarbeit von Mueller und Olivry kommt zu dem Schluss, dass die Ausschlussdiät mit anschließender Provokation der Goldstandard bleibt und Blut- oder Hauttests auf Futterbestandteile wenig aussagen.

Was kostet ein Allergietest beim Hund?

Der Hauttest wird nach Proben abgerechnet: Das Gebührenverzeichnis der GOT sieht für die erste bis dritte Probe je 7,63 Euro vor und ab der vierten je 4,58 Euro, jeweils netto im Einfachsatz, also im Grundbetrag vor dem Faktor. Wie viele Allergene Ihre Praxis testet, legt sie selbst fest. Die folgenden Positionen sind die Bausteine:

Nr. im GebührenverzeichnisPosition auf der Rechnung1-facher Satz, netto
16Untersuchung mit Beratungsgespräch23,62 €
402Allergologischer Haut-Suchtest, erste bis dritte Probe, je7,63 €
403Allergologischer Haut-Suchtest, ab der vierten Probe, je4,58 €
302Sedation per Injektion19,78 €
627Blutprobenentnahme venös10,26 €

Beispielrechnung: Hauttest mit 20 Allergenen

Bei 20 getesteten Allergenen rechnet die Praxis dreimal Ziffer 402 und siebzehnmal Ziffer 403 ab, dazu Untersuchung und Sedierung. Das ergibt 144,15 Euro netto oder 171,54 Euro brutto mit 19 Prozent Umsatzsteuer. Setzt die Praxis den dreifachen Satz an, das Maximum in der Sprechstunde, sind es 432,45 Euro netto, also 514,62 Euro brutto.

Die Zahl 20 ist ein Rechenbeispiel, kein Standard. Testet Ihre Praxis mehr Allergene, kommt je weiterem Allergen eine Probe nach Ziffer 403 hinzu. Die Beispielrechnung enthält eine Sedierung; fragen Sie, ob Ihre Praxis sie einplant.

Bluttest: der Praxisanteil und die Laborrechnung

Beim Serumtest berechnet die Praxis selbst nur Untersuchung und Blutentnahme, zusammen 33,88 Euro netto oder 40,32 Euro brutto im Einfachsatz. Die eigentliche Analyse, das IgE-Panel, steht nicht in der GOT. Sie kommt vom externen Labor nach dessen eigener Preisliste und liegt obendrauf. Lassen Sie sich diesen Laborpreis vorher nennen, denn ohne ihn wissen Sie nicht, was der Bluttest am Ende kostet.

Ein allgemeines Blutbild beim Hund ist etwas anderes: Es misst Blutzellen und Organwerte, keine Allergie-Antikörper.

Ausschlussdiät: kein Honorar, aber Wochen voller Futterkosten

Die Ausschlussdiät kostet kein Honorar nach GOT, sondern läuft über die Futterkosten des Spezialfutters über mehrere Wochen. Üblich sind 6 bis 8 Wochen, in denen Ihr Hund nur dieses Futter bekommt, dazu ein bis zwei Kontrolltermine. Tipp: Rechnen Sie den Futterpreis vor dem Start auf acht Wochen hoch; wer mittendrin abbricht, bezahlt die Wochen umsonst.

Versichern, solange Ihr Hund beschwerdefrei ist

Allergien sind meist ein Dauerthema, und darum zählt der Zeitpunkt des Abschlusses mehr als jeder einzelne Tarifbaustein. Die drei Tarife unten helfen Ihnen, wenn Ihr Hund noch keine Hautbeschwerden hat; Juckreiz, der schon besteht, müssen Sie im Antrag angeben, und er ist dann meist nicht versichert. Lassie steht an erster Stelle, weil seine Krankentarife ausdrücklich Diagnostik bis zur OP nennen und bis zur unbegrenzten Leistung reichen. ARAG erstattet bis zum vierfachen Satz. Barmenia Direkt hält die Auswahl mit zwei Tarifen überschaubar.

Lassie: Diagnostik und Behandlung im Krankenschutz

Wir empfehlen Lassie für Halter, deren Hund noch keine Hautbeschwerden hat und die für die Jahre danach vorsorgen wollen. Die Krankentarife Mini, Midi und Maxi leisten laut Lassie „von der Diagnostik über Behandlungen bis zur OP“. Für einen allergischen Hund ist das der entscheidende Punkt, denn die Kosten kommen nicht einmal, sondern jedes Jahr.

  • Mini: bis 1.000 Euro im Jahr, 35 Euro Vorsorgepauschale
  • Midi: unbegrenzt ab dem dritten Jahr, 100 Euro Vorsorgepauschale
  • Maxi: unbegrenzt, 140 Euro Vorsorgepauschale

Für ein Allergieproblem, das bleibt, halten wir Midi oder Maxi für die sinnvollere Wahl als Mini.

Lassie Krankenschutz für Ihren Hund
Krankenschutz von der Diagnostik bis zur OP, im Maxi-Tarif ohne Jahreslimit

ARAG: ohne Jahreshöchstgrenze ab dem Komfort-Tarif

ARAG erstattet bis zum vierfachen Satz der GOT, einschließlich der Notdienstgebühr. Eine Allergie, die erst nach Abschluss und Wartezeit auftritt, läuft hier als normale Heilbehandlung.

  • Leistungshöchstgrenze: 10.000 Euro pro Versicherungsjahr im Tarif Basis, unbegrenzt in Komfort und Premium
  • besondere Operationen und Erkrankungen: bis 5.000 Euro pro Vertragslaufzeit
  • Wartezeit bei Krankheit: ein Monat, im Premium-Tarif 6 Monate für besondere Operationen und Erkrankungen

Für eine Allergie, die über Jahre behandelt wird, ist Komfort hier unsere Empfehlung: Die jährliche Höchstgrenze fällt weg, und der erstattete Faktor deckt auch eine Praxis, die am oberen Ende abrechnet.

ARAG Hundekrankenversicherung
Bis zum vierfachen GOT-Satz, ab Komfort ohne jährliche Höchstgrenze

Barmenia Direkt: zwei Tarife mit Vorsorgebetrag

Barmenia Direkt bietet die Hundekrankenversicherung in zwei Stufen an, BasisDirekt und TopDirekt. Beide enthalten einen Vorsorgebetrag, bis zu 30 Euro in BasisDirekt und bis zu 70 Euro in TopDirekt. Eine Allergie, die erst später auftritt, läuft hier als normale Heilbehandlung nach der Wartezeit. Wer nicht zwischen vier Stufen abwägen möchte, findet hier die übersichtlichste Auswahl der drei.

Barmenia Direkt für Hunde
Krankenversicherung in zwei Stufen, BasisDirekt oder TopDirekt

In welcher Reihenfolge testet die Praxis?

Eine gute Praxis beginnt mit der Diagnose und testet erst danach. Der Ablauf, den die ICADA-Leitlinie beschreibt, lässt sich für Halter in drei Schritte übersetzen:

  1. Untersuchung und Vorgeschichte: Die Praxis schließt zuerst Parasiten mit einer konsequenten Parasitenbehandlung aus, dann andere Hundekrankheiten mit Juckreiz, und prüft, ob das Bild zu einer Allergie passt.
  2. Ausschlussdiät: Bei ganzjährigem Juckreiz gehört die Ausschlussdiät zur Diagnose, mit mehreren Wochen Spezialfutter und danach der Provokation mit dem alten Futter.
  3. Haut- oder Serumtest: Steht die atopische Dermatitis fest und möchten Sie Ihren Hund hyposensibilisieren lassen, sucht der Test die passenden Allergene aus.

Für Ihre Kosten heißt das: Wer mit Schritt 3 anfängt, bezahlt einen Test, der die eigentliche Frage nicht beantwortet.

Was nach einem positiven Test kommt

Ein positiver Haut- oder Serumtest ist der Anfang der Behandlung, nicht ihr Ende. Nach der ICADA-Leitlinie dient er dazu, die Allergene für eine Hyposensibilisierung auszuwählen, und diese Behandlung läuft über lange Zeit. Genau deshalb ist der Test selten der größte Posten: Die Kosten der Behandlung kommen Jahr für Jahr wieder.

Bevor Sie zustimmen, klären Sie mit der Praxis:

  • Wie lange dauert es, bis sich zeigt, ob die Hyposensibilisierung bei meinem Hund wirkt?
  • Was kostet eine Behandlungseinheit, und wie oft braucht mein Hund sie?
  • Welche Behandlung gegen den Juckreiz läuft in der Zwischenzeit, und was kostet sie im Monat?

Taugen Allergietests aus dem Internet?

Haar- und Speicheltests zum Selbstversenden erkennen keine Allergie. Coyner und Schick haben einen solchen Test im Journal of Small Animal Practice geprüft: Er konnte allergische und gesunde Hunde nicht unterscheiden, und künstliche Proben aus Kunstfell und Wasser lieferten auch dort positive Ergebnisse.

Das Geld für so einen Test ist deshalb verloren. Wer nach einer langen Liste angeblicher Unverträglichkeiten wahllos das Futter umstellt, erschwert zudem eine spätere Ausschlussdiät. Sparen Sie sich den Umweg und gehen Sie mit dem Juckreiz direkt in die Praxis.

Zahlt die Versicherung den Allergietest?

Eine Hundekrankenversicherung zahlt den Allergietest in der Regel als Diagnostik, wenn die Beschwerden erst nach dem Abschluss und nach der Wartezeit begonnen haben. Dieser Rat gilt also für einen Hund, der noch keine Symptome zeigt. ARAG nimmt nach eigener Aussage nur gesunde Hunde auf und nennt ausdrücklich Allergien als Beispiel einer chronischen Erkrankung, mit der ein Hund nicht mehr versichert werden kann.

Kratzt sich Ihr Hund schon, zählt das als Vorerkrankung, auch wenn noch niemand die Ursache kennt. Sie müssen den Juckreiz im Antrag angeben, und er ist dann meist nicht versichert. Für diesen Fall geht es nicht mehr um den günstigsten Tarif, sondern um eine Versicherung mit Vorerkrankung, und die Auswahl wird deutlich kleiner.

Für den Antrag auf Erstattung brauchen Sie:

  • die Rechnung der Praxis mit allen Ziffern und dem Faktor
  • die separate Laborrechnung beim Serumtest
  • den Befund mit der Diagnose, damit die Versicherung den Test einem Krankheitsfall zuordnen kann

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Ob Ihr Hund eine Allergie hat, ob eine Ausschlussdiät, ein Haut- oder ein Bluttest der richtige nächste Schritt ist und wie viele Allergene getestet werden, entscheidet die behandelnde Praxis.

Häufige Fragen zum Allergietest beim Hund

Was kostet ein Allergietest beim Hund?

Ein Allergietest beim Hund wird als Hauttest pro Probe berechnet: nach der GOT je 7,63 Euro netto für die erste bis dritte Probe und je 4,58 Euro ab der vierten. Bei 20 getesteten Allergenen kommt der Hauttest mit Untersuchung und Sedierung auf 171,54 bis 514,62 Euro brutto. Beim Bluttest berechnet die Praxis im Einfachsatz 40,32 Euro brutto für Untersuchung und Blutentnahme, die Laboranalyse kommt nach der Preisliste des Labors hinzu.

Ist ein Allergietest beim Hund sinnvoll?

Ein Allergietest beim Hund ist sinnvoll, wenn die Diagnose atopische Dermatitis bereits steht und Sie eine Hyposensibilisierung planen. Als Test, ob überhaupt eine Allergie vorliegt, taugen weder Haut- noch Bluttest, und für eine Futtermittelallergie ist die Ausschlussdiät der einzige verlässliche Weg.

Wie wird ein Allergietest beim Hund gemacht?

Beim Hauttest spritzt die Praxis kleine Mengen einzelner Allergene in die Haut, je nach Praxis unter Sedierung, und liest die Reaktionen ab. Beim Bluttest nimmt sie Blut ab und schickt es an ein Labor, das die IgE-Antikörper gegen die getesteten Stoffe misst.

Kann ein Bluttest eine Futtermittelallergie nachweisen?

Ein Bluttest kann eine Futtermittelallergie beim Hund nicht verlässlich nachweisen. Eine Übersichtsarbeit in BMC Veterinary Research bewertet Blut- und Hauttests auf Futterbestandteile als wenig aussagekräftig; der Goldstandard bleibt die Ausschlussdiät mit anschließender Provokation.