Wer heute eine neue Sprache lernen will, landet fast automatisch bei einer von zwei App-Giganten: Mondly mit seinem Fokus auf schnelle Alltagsgespräche und AR-Technologie oder Duolingo, der meistgenutzten Bildungs-App der Welt mit ihrer legendären Eule und einem Gratisangebot, das kaum zu schlagen ist. Beide versprechen den Einstieg in wenigen Minuten täglich – doch ihre Methoden könnten unterschiedlicher kaum sein.
In diesem Vergleich schaue ich mir an, wie sich Mondly und Duolingo bei Sprachangebot, Preisen, Lernmethodik und Alltagstauglichkeit schlagen. Am Ende weißt du, welche App besser zu deinem Lernziel und deinem Geldbeutel passt – oder ob sich sogar eine Kombination aus beiden lohnt.
Mondly oder Duolingo: das Wichtigste in Kürze
Kurz zusammengefasst: Mondly punktet mit 41 Sprachen direkt ab Deutsch, einem Konversations-Chatbot und AR-Lektionen – ideal für alle, die zügig echte Sätze sprechen wollen und bereit sind, für den Lifetime-Zugang einmalig zu investieren. Duolingo überzeugt mit der besten Gratisversion am Markt und einer Gamification, die dranbleiben leicht macht – dafür sind ab Deutsch nur rund acht Sprachen verfügbar.
- Sprachangebot ab Deutsch: Mondly 41 Sprachen, Duolingo rund 8 Sprachen
- Kostenlose Version: Mondly 1 Lektion/Tag, Duolingo vollständiger Kurszugang mit Werbung
- Einstiegspreis: Mondly ab ca. 5 €/Monat im Jahresabo, Duolingo ab 0 € (Super Duolingo ab 7,49 €/Monat)
- Stärke: Mondly Konversation & AR-Technologie, Duolingo Gamification & Motivation
- Am besten für: Mondly für schnelle Sprecher und Vielsprachenlerner, Duolingo für Budget-Lerner und Einsteiger
Mondly vs. Duolingo im Tabellenvergleich
Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Eckdaten beider Apps direkt gegenüber, bevor wir im Detail auf beide Anbieter eingehen.
| Kriterium | Mondly | Duolingo |
|---|---|---|
| Gründungsjahr | 2013 | 2011 |
| Anzahl Sprachen | 41 | 42 |
| Sprachen ab Deutsch | 41 | ca. 8 |
| Sprachniveaus | A1–B2 (Englisch bis C1) | A1–B2 (Englisch/Spanisch teils höher) |
| Lernmethodik | Konversationsbasiert, KI-Chatbot, AR | Gamification, Pattern-Matching, KI-Personalisierung |
| Kostenlose Version | 1 Lektion pro Tag | Vollständiger Kurszugang mit Werbung |
| Preisspanne | ca. 5–12,99 €/Monat, Lifetime ab ca. 113,71 € | 0 € oder 7,49–16,49 €/Monat (Super Duolingo) |
| Besonderheiten | AR-Lektionen, KI-Chatbot | Streaks, Ligen, Duolingo Max mit GPT-4 |
Auf den ersten Blick zeigt sich: Duolingo gewinnt beim Preis, Mondly beim Sprachumfang ab Deutsch. Wie sich das im Alltag auswirkt, liest du in den folgenden Abschnitten zu beiden Anbietern.
Mondly
Mondly wurde 2013 von Alex und Tudor Iliescu im rumänischen Brașov gegründet und gehört seit 2022 zum Bildungskonzern Pearson. Die App verfolgt eine klare Philosophie: Du lernst von Anfang an ganze Sätze statt isolierter Vokabeln, gestützt durch Spaced Repetition und kontextbasierte Wiederholung. Über 140 Millionen Menschen weltweit haben die App bereits installiert.
Eine Lektion dauert 5 bis 10 Minuten und kombiniert Vokabeltraining, Dialogübungen, Hörverständnis und Sprechübungen mit Muttersprachler-Audio statt synthetischer Stimmen. Jeder Sprachkurs umfasst rund 250 Lektionen, gebündelt in thematischen Modulen wie Reisen, Familie oder Beruf. Das größte Alleinstellungsmerkmal ist der AR-Modus: Über die Smartphone-Kamera projiziert Mondly virtuelle Objekte in deinen Raum, die du in der Zielsprache benennst.
Ergänzt wird das Ganze durch einen KI-Chatbot, der echte Gesprächssituationen simuliert – etwa eine Bestellung im Restaurant oder eine Wegbeschreibung. Die Spracherkennung funktioniert überwiegend zuverlässig, gerät bei sehr schnellem Sprechen aber gelegentlich ins Straucheln. Ein Offline-Modus ist Teil des Premium-Pakets.

Sprachlich ist Mondly kaum zu schlagen: 41 Sprachen stehen zur Auswahl – und das jeweils direkt ab Deutsch. Auch weniger verbreitete Optionen wie Hebräisch, Persisch oder Vietnamesisch sind dabei, was die App besonders für Vielsprachenlerner attraktiv macht.
Preislich verlangt Mondly im Monatsabo 12,99 €, im Jahresabo umgerechnet rund 5 €. Wer langfristig plant, greift zum Lifetime-Zugang ab ca. 113,71 € – einmalig zahlen, alle 41 Sprachen für immer nutzen. Eine kostenlose Testphase gibt es je nach Plattform, dazu eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie über den App Store.
Kritikpunkte gibt es auch: Die Gratisversion ist mit nur einer Lektion pro Tag knapp bemessen, Grammatikregeln werden eher beiläufig statt explizit erklärt, und ein soziales Community-Feature wie Ligen oder Foren fehlt komplett. Am besten eignet sich Mondly für alle, die schnell in echte Alltagsgespräche einsteigen wollen und bereit sind, einmalig in den Lifetime-Zugang zu investieren.
Duolingo
Duolingo startete 2011 als Crowdsourcing-Übersetzungsprojekt von Luis von Ahn und Severin Hacker in Pittsburgh und ist heute mit über 800 Millionen registrierten Nutzern die meistgeladene Bildungs-App der Welt. Die Lernmethodik basiert auf Pattern-Matching und Wiederholung, ergänzt seit 2023 um KI-Personalisierung durch das hauseigene Birdbrain-Modell.
Die Lektionen sind bewusst kurz gehalten – 5 bis 10 Minuten reichen für eine Einheit. Du übersetzt Sätze in beide Richtungen, ordnest Wortblöcke, tippst Antworten und hörst Muttersprachler-Clips. Ein großer Sprachkurs wie Spanisch ab Englisch umfasst über 200 Units, ergänzt um Stories und Mini-Podcasts für Hörverständnis auf mittlerem Niveau. Das System erkennt deine Schwachstellen und wiederholt genau die Bereiche, in denen du häufiger Fehler machst.
Das eigentliche Herzstück ist die Gamification: Streaks, XP-Punkte und Ligen von Bronze bis Diamant erzeugen einen echten Sog, der dich täglich zurückbringt. Super Duolingo entfernt Werbung und das Herzen-Limit, während Duolingo Max zusätzlich GPT-4-gestützte Rollenspiele und Fehleranalysen bietet – bislang aber nur für Englisch, Spanisch und Französisch.

Bei den Sprachen zeigt sich Duolingos größte Schwäche: Zwar listet die App über 40 Sprachen, doch ab Deutsch stehen aktuell nur rund acht Kurse zur Verfügung – Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch. Wer eine exotischere Sprache ab Deutsch lernen will, muss auf Englisch als Ausgangssprache umsteigen, wo über 35 Kurse verfügbar sind.
Preislich ist Duolingo unschlagbar günstig: Der komplette Kurs steht gratis zur Verfügung, du zahlst lediglich mit Werbeeinblendungen und einem Herzen-Limit für Fehler. Super Duolingo kostet im Jahresabo 89,88 € (7,49 €/Monat), Duolingo Max ab 29,99 €/Monat. Ein Familienplan für bis zu sechs Personen liegt bei 19,99 €/Monat.
Kritisch anzumerken: Die Sprecherkennung nimmt es mit der Aussprache nicht allzu genau, ab Level 3 wirken viele Übungen repetitiv, und das Herzen-System in der Gratisversion kann den Lernfluss ausbremsen. Duolingo eignet sich am besten für alle, die kostenlos und spielerisch einsteigen wollen und tägliche Motivation durch Gamification brauchen.
Für wen lohnt sich Mondly, für wen Duolingo?
Mondly ist die richtige Wahl, wenn du eine Sprache direkt ab Deutsch lernen willst, die bei Duolingo nicht verfügbar ist – etwa Arabisch, Schwedisch oder Koreanisch. Auch wer schnell in echte Gespräche kommen möchte statt nur Sätze zu übersetzen, profitiert vom Konversationsfokus und dem KI-Chatbot. Und wer plant, mehrere Sprachen über Jahre hinweg zu lernen, holt aus dem Lifetime-Zugang den größten finanziellen Vorteil heraus.
Duolingo lohnt sich vor allem für alle, die zunächst gar kein Geld investieren wollen oder einfach unverbindlich reinschnuppern möchten. Auch Einsteiger, die auf tägliche kleine Erfolgserlebnisse und externen Motivationsdruck durch Streaks und Ligen angewiesen sind, kommen hier voll auf ihre Kosten. Lernst du zudem ab Englisch statt ab Deutsch, profitierst du zusätzlich vom deutlich größeren Sprachangebot.
Für viele Lerntypen ist die Kombination beider Apps sogar die klügste Lösung: Duolingo für den kostenlosen täglichen Grundlagen-Drill, Mondly Premium für Konversationstraining und Aussprache – ohne dabei doppelt tief in die Tasche zu greifen.
Häufig gestellte Fragen zu Mondly vs. Duolingo
Bei der Ausgangssprache Deutsch hat Mondly klar die Nase vorn: Alle 41 Sprachen lassen sich direkt ab Deutsch lernen. Duolingo bietet ab Deutsch dagegen nur rund acht Kurse an – darunter Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch. Wer beispielsweise Schwedisch, Arabisch oder Koreanisch ab Deutsch lernen möchte, findet dieses Angebot nur bei Mondly.
Ja, im Kern schon: Der gesamte Kursumfang steht in der Gratisversion offen, du zahlst also keinen Cent für die Inhalte selbst. Als Ausgleich blendet Duolingo Werbung ein und begrenzt Fehler über ein „Herzen“-System – wer zu viele Fehler macht, muss pausieren oder warten. Mondly hingegen schaltet in der Gratisversion nur eine einzige Lektion pro Tag frei, alles Weitere bleibt Premium-Nutzern vorbehalten.
Mondly verlangt im Jahresabo rund 59,99 € (etwa 5 €/Monat) und bietet zusätzlich einen Lifetime-Zugang ab ca. 113,71 €, der alle 41 Sprachen dauerhaft freischaltet. Duolingo ist gratis nutzbar; wer Werbung und das Herzen-Limit loswerden will, zahlt für Super Duolingo im Jahresabo rund 89,88 € (7,49 €/Monat). Für Sprachfans, die mehrere Sprachen parallel lernen wollen, rechnet sich der Mondly-Lifetime-Deal langfristig oft günstiger.
Mondly ist stärker auf gesprochene Alltagskommunikation ausgelegt: Der integrierte KI-Chatbot simuliert echte Gesprächssituationen wie eine Restaurantbestellung oder Small Talk, unterstützt durch AR-Lektionen zum Benennen realer Objekte. Duolingo trainiert eher über Übersetzungs- und Zuordnungsaufgaben, Sprechübungen sind vorhanden, aber weniger im Fokus. Wer zügig ins freie Sprechen kommen will, ist mit Mondly im Vorteil – für den letzten Schliff helfen dennoch reale Gespräche mit Muttersprachlern.
Ja, das ist sogar eine beliebte Strategie unter Sprachlernern. Duolingo eignet sich als kostenloser Einstieg für tägliches Grundlagentraining und hält dich über Streaks und Ligen bei der Stange. Mondly Premium ergänzt das um Chatbot-Dialoge, Aussprachetraining und AR-Übungen, die dich schneller ins tatsächliche Sprechen bringen. Die Kombination kostet dich nicht mehr als ein Mondly-Abo allein, da Duolingo weiterhin gratis bleibt.
Bei den meisten Sprachen decken beide Apps solide A1 bis B1 ab. Mondlys Englischkurs reicht strukturell bis B2/C1, andere Sprachen enden meist bei B1. Duolingo erreicht bei Englisch und Spanisch teils ebenfalls B2, die übrigen Kurse enden in der Regel bei B1. Für ein verlässliches C1-Niveau oder anerkannte Sprachzertifikate wie das DELF oder Cambridge-Prüfungen brauchst du ergänzende Angebote, etwa Sprachschulen oder Tutoren-Plattformen.
Fazit: Mondly oder Duolingo?
Mondly und Duolingo lösen im Grunde zwei unterschiedliche Probleme. Mondly bringt dich über Konversationstraining, AR-Technologie und ein riesiges Sprachangebot ab Deutsch schneller zum tatsächlichen Sprechen – dafür zahlst du entweder monatlich oder einmalig für den Lifetime-Zugang. Duolingo bleibt mit seiner Gratisversion und der ausgefeilten Gamification der ideale Einstieg für alle, die kostenlos und ohne Risiko loslegen wollen.
Meine Empfehlung: Willst du zuerst testen, ob dir Sprachenlernen per App überhaupt liegt, starte mit Duolingo. Willst du dagegen zügig in echte Gespräche kommen oder eine Sprache lernen, die es ab Deutsch nur bei Mondly gibt, investiere direkt in den Lifetime-Zugang. Am Ende zählt ohnehin nur eines: die App, die du auch nach der ersten Woche noch täglich öffnest.
