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Troika

Als Troika wird eine aus drei Personen bestehende Führungsspitze bezeichnet. Seinen Ursprung hat der Begriff in einem speziellen Pferdegespann.

Troika picture alliance / Photoshot

Die Troika dient im übertragenen Sinn als Bezeichnung für eine aus drei Personen bestehende Führungsspitze. Ursprünglich beschrieb der Begriff Troika ein Gespann mit drei Zugtieren nebeneinander.

So bezeichnete man als Troika beispielsweise in den 1970er Jahren die Führungsriege der SPD mit Willy Brandt als Parteivorsitzendem, Herbert Wehner als Fraktionsvorsitzendem und Helmut Schmidt als Bundeskanzler. Mehr als zwanzig Jahre später erlebte der Begriff eine Renaissance mit dem damaligen Führungstrio der SPD, das aus Gerhard Schröder, Oskar Lafontaine und Rudolf Scharping bestand.

Auch im politischen Europa wird der Begriff Troika mit unterschiedlichen Institutionen in Verbindung gebracht. Am bekanntesten ist dabei sicher das Dreigespann aus Europäischer Kommission (EU-Kommission), Europäischer Zentralbank (EZB) sowie Internationalem Währungsfond (IWF). Dabei machte diese Troika vor allem mit drastischen Sparmaßnahmen in Griechenland auf sich aufmerksam.

Auf Wunsch der neu gewählten griechischen Regierung wurde im Jahr 2015 der Begriff Troika durch Institutionen ersetzt. Das liegt daran, dass mit der Bezeichnung Troika vorwiegend einseitig beschlossene Sparmaßnahmen in Verbindung gebracht werden, die im März 2014 scharf in einem Bericht des Europäischen Parlaments kritisiert wurden. Aber auch die Institutionen werden mehrheitlich als undemokratisch wahrgenommen und empfunden, da eine demokratische Legitimation fehlt. Der 2014 ernannte EU-Kommissionspräsident Juncker plante daher, die Troika durch eine Struktur mit stärkerer demokratischer Legitimation und einer Rechenschaftspflicht zu ersetzen.

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