Wenn Liebe allein nicht genügt

Junges Paar hält gebrochenes Herz in der Hand

Die ersten Blicke, der erste Kuss und viele schöne Folgemomente zeichnen den Beginn einer großen Liebe aus. Man liebt einfach alles an seinem Partner respektive an seiner Partnerin – auch jene Dinge, welche zu einem späteren Zeitpunkt gerne komplett ändern oder gar verteufeln möchte.

Verliebte Menschen neigen fast alle dazu, sich von ihrer Schokoladenseite zu zeigen – und, was irgendwann zum echten Problem werden kann, kleine oder größere Mängel am Partner bzw. an der Partnerin beobachtend hinzunehmen.

Wenn man die rosarote Brille abnimmt

Ist der erste Lack erst einmal ab, kehrt der graue Alltag ein, entwickeln sich jene kleine Macken des Partners plötzlich zu regelrechten Wolkenkratzern, welche sich immer weiter nach oben hin ins Weltall ausdehnen können. Das Ergebnis des immerwährenden Aufblähens ist ein Beziehungs-Urknall, der sich gewaschen hat. Lässt man es so weit kommen, sind die Schäden am Beziehungsgebäude bereits so groß, dass sich meist nur noch ein Abriss lohnt.

Wenn die Liebe an ihre natürlichen Grenzen stößt

Susanne und Bernd lernte sich auf einer Freizeitmesse kennen und lieben. Nach etwa einem halben Jahr war klar, dass sie für immer zusammen sein wollten. Sie zogen zusammen, gründeten eine Familie und fanden sich gerade mal zwei Jahre später im totalen Chaos wieder. Wie es dazu kommen konnte, wussten beide zum Schluss nicht mehr. Alles war so verschroben, verhärtet und undurchdringbar, dass dem einst so glücklichen Paar, bevor es zum Rosenkrieg kommt, nur noch eine komplette Trennung blieb.

Susanne vertraute sich nach der gescheiterten Beziehung einer Psychologin an und arbeitete mit ihr in Kleinstarbeit alle durchlaufenen Stufen ihrer zerrütteten Beziehung auf. Dabei kam vieles zum Vorschein, was Susanne durchaus nachdenklich stimmte.

Die Meinung der Therapeutin:

„Viele Paare wissen gar nicht, warum solch ein Unheil plötzlich Einzug in ihre angeblich so harmonische Beziehung hält. Sie weigern sich, Fehler oder Missverständnisse einzugestehen, mauern und schieben letztlich den Berg der Schuld komplett zum Partner rüber. Ist eine Kommunikation ohne verletzende Äußerungen oder böse Blicke nicht mehr möglich, ist tatsächlich das Ende der Liebe bzw. der Beziehung eingeläutet – denn, man kennt es auch vom körperlichen Schmerz, das seelische Schmerzgedächtnis vergisst grobe Verletzungen eher ganz, ganz selten. Hier muss man dann wirklich sagen: Liebe kann vieles, aber nicht alles!“, weiß eine renommierte Paartherapeutin aus ihrer eigenen Praxiserfahrung zu berichten.

Fehler, die auch die größte Liebe nicht oder wenn, dann nur sehr schwer verzeihen kann sind beispielsweise:

  • Ständiges Fremdgehen des Partners
  • Schmähungen, Beleidigungen und Unterstellungen, welche tagtäglich stattfinden
  • Handgreiflichkeiten während einer „normalen“ Diskussion
  • Suchtkrankheit des Partners mit all ihren unschönen Auswirkungen
  • Krankhaft übertriebener Perfektionismus, welcher dem Partner bzw. der Partnerin den letzten Atem raubt

Auch wenn es so mancher anzweifeln mag, Gewalt und Verletzungen müssen nicht zwangsläufig körperlicher Natur sein. Die viel tiefergehenden Schmerzen und brennenden Wunden finden zunehmend innerlich statt. Psychische Gewalt kann krank machen und den Partner bzw. die Partnerin dauerhaft an Leib und Seele schädigen.

Ein „Ich liebe dich aber“ reicht in solchen Fällen nicht aus. Wurde die Notbremse mehrmals gezogen, sollte man an irgendeinem Punkt tatsächlich etwas egoistisch sein und aus der kranken Beziehungen, bevor sie uns auffrisst, aussteigen. Wie heißt es so schön: „Besser ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken, ohne Ende!“

Bildnachweis: Depositphotos_185284174_l-2015

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