Streit – Warum es in einer Beziehung auch mal blitzen und donnern muss

Paar im Streit

„Sie stritten und sie liebten sich“. Sicherlich hat jeder von uns diesen oder einen ähnlich lautenden Spruch im Laufe seines Lebens schon einmal vernommen. Innerlich kam automatisch die Frage auf: „Wie ist es möglich, dass man sich ständig streitet und trotzdem zusammen glücklich ist?“

Genau dieses Phänomen der Gegensätzlichkeiten haben Psychologen bereits hundertfach unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist verblüffend, und, wenn man richtig darüber nachdenkt, nicht ganz einfach nachzuvollziehen.

Der Mensch braucht nicht, wie vielleicht angenommen, 100 Prozent Harmonie, um sich von Kopf bis Fuß glücklich und zufrieden in einer Beziehung fühlen zu können, er braucht auch einen Gegenpol – also etwas Spannung, damit die Beziehung gut ausbalanciert ist und die Liebe auf Dauer auch bleibt.

Wie auch der menschliche Körper selbst, braucht auch die Beziehung Phasen der Entspannung und Phasen der Anspannung. Finden diese Phasen in ausgewogenen Wechseln statt, kann man eine Partnerschaft mit gutem Gewissen als gesund bezeichnen.

Das Ungleichgewicht des Schreckens: zu viel Harmonie oder ständiger Streit

Was hilft, eine Beziehung zu „reinigen“ bzw. zu „entgiften“?

Hier einige Tipps auf die es sich in der Beziehungsarbeit aufbauen lässt:

  • Aufkommende Probleme und Sorgen gehören in regelmäßigen Abstand auf den Küchentisch. Das bedeutet: Keiner der beiden Partner sollte sich davor scheuen, auch mal Schwächen offen zuzugeben. Ein klärendes Gespräch hilft Dinge im Vorfeld zu klären, bevor sie zur Belastung werden.
  • Tatsächlich versuchen manche Menschen, ihre Emotionen vor dem eigenen Partner geheim zu halten. Sie meinen damit etwas Gutes zu tun, spüren aber gleichzeitig, dass in Ihnen eine Unzufriedenheit wächst, welche später zu einem  zerstörerischem Beziehungssturm heranreifen könnte. Der Austausch von Emotionen, bzw. der Streit sind für eine gesunde Beziehung mega wichtig und sollten keinesfalls vernachlässigt werden.
  • Eine gesunde Streitkultur sollte von beiden Partnern gehegt und gepflegt werden. An dieser Stelle geht es wahrlich nicht darum, wer hier der Beste, Schlaueste und Mächtigste ist. Vielmehr geht es darum, Dinge so wie sie sich zeigen richtig zu erkennen, um mit vereinten Kräften einen gangbaren Mittelweg oder gar eine komplett neue Lösung zu kreieren, welche beide Partner zufrieden und glücklich stimmt.

Ständiger Streit ist in der Lage, eine Beziehung zu zerstören , ebenso zu viel teilweise gespielte Harmonie. Kein Mensch ist nun einmal wie der andere. Partner denken und fühlen und agieren unterschiedlich und nicht gleich. Genau diesen Punkt gilt es immer zu berücksichtigen, wenn eine Streitsituation in der Beziehung aufkommt. Wichtig ist es für beide Partner, fair aufeinander zu zugehen. Und wenn es hilft, dürfen auch manchmal Türen knallen.

Sich mit dem Partner auseinandersetzen, ohne unter die Gürtellinie zu gehen, sich gegenseitig wertzuschätzen und die Würde des Anderen wie eine kostbare Perle zu behandeln, ist eine Lebensaufgabe, welche es für die gesamte Dauer der Beziehung zu meistern gilt.

Bildnachweis: iStock-993706062

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