Finanzen in der Partnerschaft – Diese Regeln sollte man beachten!

Rosa Sparschwein

Geld, bzw. Finanzen, sind mit die häufigsten Streitthemen in Partnerschaften. Oft sind sich die Partner beim Thema Geld uneinig. Während der eine eisern spart und jede Ausgabe dokumentiert, gibt der andere das Geld gerne aus. Warum ist das so?

Weil jeder von uns im Laufe seines Lebens Gewohnheiten und Verhaltensmuster im Umgang mit Geld entwickelt. Gewohnheiten, die für den Partner oder für die Partnerin oft nicht nachvollziehbar sind.  Streitigkeiten lassen sich jedoch leicht vermeiden, wenn man einige Regeln im Umgang mit Geld in der Partnerschaft beachtet

Wenn um Geld gestritten wird, nimmt dieses sehr häufig nur eine Stellvertreterrolle ein. Geld repräsentiert für viele nicht nur Erfolg, Anerkennung, Freiheit und Unabhängigkeit, sondern auch Zuneigung. Vor allem aus diesem Grund ist Geld in der Beziehung ein so sensibles Thema. Wie bei allen anderen potenziellen Konfliktpunkten gilt auch in Gelddingen, z.B. wenn es um das Einrichten eines gemeinsamen Kontos geht: Das Thema sollte offen angesprochen werden. Direkte und ehrliche Kommunikation ist das A und O in zufriedenen Beziehungen.

Deshalb wollen wir euch 8 Tipps geben, damit es im Haushalt nicht zu finanziellen Spannungen kommt.

1. Legt alle Einkünfte und Ausgaben offen und führt ein Haushaltsbuch

In einer ernsthaften Partnerschaft sollten beide über die finanzielle Situation des anderen Bescheid wissen. Deshalb sollten alle Schulden, Einnahmen und Ausgaben offen gelegt werden. Macht eine genaue Kostenaufstellung und führt gewissenhaft ein Haushaltsbuch. Somit könnt ihr euch gegenseitig nichts verheimlichen und verhindert Streit im Vorhinein. Ehrlichkeit in finanziellen Belangen ist die Grundregel Nummer 1. Darauf bauen alle anderen Tipps auf.

2. Sprecht offen über eure Wünsche

Jeder von uns hat seine ganz eigenen Wünsche und Ziele. Besprecht ganz offen, was ihr euch wünscht. Was macht dich glücklich und welche materiellen Dinge hältst du für unbedingt erforderlich? Partnerschaft heißt auch, Kompromisse einzugehen. Vor allem, wenn Geld nicht im Überfluss vorhanden ist. Schreibt deshalb gemeinsam auf, was ihr beide euch in Zukunft leisten wollt.

3. Besprecht größere Anschaffungen miteinander

Teure Anschaffungen wie ein Auto, Möbel, eine Urlaubsreise usw. müssen vorher abgesprochen werden. Vor allem wenn das Geld dafür nicht eingeplant wurde. Denn sonst fühlt sich der andere hintergangen und reagiert verständlicherweise verärgert. Spart für größere Anschaffungen am besten eine bestimmte Summe an. Aber macht dafür keinesfalls Schulden, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Schulden sind Gift für jede Beziehung.

4. Gemeinsames Konto? Getrennte Konten? Oder beides?

Es gibt individualistische Paare und kollektivistische Paare. Kollektivistisch orientierte Paare verstehen sich als Einheit. Geld ist für sie immer gemeinsames Geld, beide stehen finanziell füreinander ein und gehen davon aus, dass sich langfristig ohnehin alles ausgleicht. Paare mit einer individualistischen Vorstellung verwalten ihre Finanzen getrennt. Auch sie machen gemeinsame Anschaffungen, rechnen aber später ab. Sie wollen nur der Liebe wegen zusammen sein, Geld oder finanzielle Abhängigkeiten sollen dabei keine Rolle spielen.

Überlegt euch also, wie ihr tickt und entscheidet, ob ein gemeinsames Konto geteilt oder von getrennten Konten aus gewirtschaftet werden sollte.

Spätestens wenn ihr zusammenzieht, solltet ihr aber über  ein gemeinsames Konto nachdenken. Darauf überweist ihr monatlich euren Anteil an den laufenden Kosten und einen vereinbarten festen Betrag. Von diesem könnt ihr euch als Paar etwas gönnen, aber auch etwas für gemeinsame Ziele ansparen. Zugriff auf das Konto sollten beide Partner haben – allerdings mit einer Ausgabenschwelle: Kleine Einkäufe im Alltag könnt ihr ohne Rücksprache tätigen, aber wenn eine Ausgabe bspw. 150–200 Euro überschreitet, solltet ihr euch einig sein, dass sich die Investition lohnt.

Neben diesem gemeinsamen Konto kann jeder sein eigenes Konto behalten. Diese Trennung sorgt für finanzielle Freiheit im Alltag. DieAusgaben, die du von diesem Konto aus tätigst, musst du deinem Partner gegenüber weder ankündigen noch rechtfertigen.

Und by the way: es tut einer Beziehung auch gut, sich mit Geschenken überraschen und sich gegenseitig mal einladen zu können, auch wenn es sich eher um eine Geste handelt.

5. Die finanzielle Verantwortung fair verteilen

Um herauszufinden, wie ihr die Kosten am besten aufteilt, solltet ihr euch darüber unterhalten, was ihr in Anbetracht eurer aktuellen finanziellen Situation jeweils beitragen könnt und wollt. Verdient ihr gleich viel, ist eine gleichmäßige Verteilung die ideale Lösung. Verdient jedoch ein Partner signifikant mehr als der andere, kommt es bei einer 50/50-Verteilung schnell zur Unwucht.

Wer prozentual mehr von seinem Einkommen in die Beziehung investiert, hat weniger Geld für sich selbst zur Verfügung und fühlt sich dadurch oft abgehängt und eingeschränkt. Gerade wenn ein Partner weniger Einkommen hat, muss das besprochen werden. Denn auch demjenigen, der sich um Haushalt und Co kümmert, steht Geld zu. Niemand sollte seinen Partner da anbetteln müssen. Das ist mangelnde Wertschätzung für Familienarbeit.

6. Findet einen Mittelweg, der für beide passt

Es kann vorkommen, dass die Partner finanziell gänzlich verschiedene Gewohnheiten und Ansichten haben. Der eine ist übermäßig geizig, hortet sein Geld penibel und gönnt sich kaum etwas. Der andere dagegen gibt es mit vollen Händen aus und strapaziert dadurch die Haushaltskasse. Das ist natürlich kein guter Ausgangspunkt. Da hilft es nur, wirklich kompromissbereit zu sein und einen Mittelweg zu finden, mit dem beide leben können. Ansonsten kann eine solche Beziehung nicht lange halten.

In den meisten Haushalten ist es so, dass einer der beiden Partner besser mit Geld umgehen kann als der andere. Finde heraus, wer von euch beiden das ist. Er oder sie sollte dann auch das Geldmanagement übernehmen – selbstverständlich unter Anerkennung der Mündigkeit des anderen. Helft und unterstützt euch auch hier gegenseitig. Man kann immer voneinander lernen. Bündelt eure finanziellen Stärken anstatt euch gegenseitig zu kritisieren.

7. Beschäftigt euch regelmäßig mit euren Finanzen

Wenn ihr eure Finanzen stets im Blick habt, lassen sich unangenehme Situationen oder Überraschungen weitgehend vermeiden. Redet mindestens einmal im Monat über eure gemeinsamen Finanzen. Überlegt sachlich und ohne Vorwürfe, wofür ihr eventuell zu viel Geld ausgegeben habt und wo ihr noch einsparen könnt, ohne dass euer Lebensstandard beeinträchtigt wird. Eine genaue Haushaltsrechnung und absolute Ehrlichkeit sind dabei entscheidend. Denn so lernen beide, verantwortungsbewusst mit Geld umzugehen.

8. Sucht Lösungen, keinen Streit

Sollte es doch einmal zu einem Streit wegen des Geldes in der Partnerschaft kommen, versuche einen kühlen Kopf zu bewahren. Lasst den Sturm vorüberziehen und diskutiert die Situation am besten ein paar Stunden später sachlich. Was war der Grund für den Streit und welche Lehren zieht ihr daraus? Und was könnt ihr beide tun, damit ihr solche Streitigkeiten in Zukunft vermeiden könnt?

Bildnachweis: https://unsplash.com/photos/pElSkGRA2NU

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