Verpasster Absprung sei „schwere Sünde”Daniel Günther sieht Deutschland ohne schnelles Social-Media-Verbot am „Abgrund”!

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Das von der CDU geplante Social-Media-Verbot kommt für Daniel Günther Jahre zu spät.
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Gewalt, Schönheits-Druck, Radikalisierung.
Laut Ministerpräsident Daniel Günther ist Social Media viel zu unkontrolliert für Jugendliche zugänglich. Damit soll jetzt Schluss sein! Dass ein Verbot so lange braucht, kann der CDU-Mann nicht nachvollziehen. Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zeichnet er ein dramatisches Bild.

Gesellschaft steuere auf den Abgrund zu

Mit zunehmend deutlichen Worten bekräftigt der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) seine Forderung nach einem Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärte er: „Wenn wir so weitermachen wie bisher und nicht eingreifen, steuert unsere Gesellschaft auf einen Abgrund zu.“

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Günther spricht über eigenen Scrolling-Wahn

Es sei eine „schwere Sünde“ gewesen, dass Politik und Gesellschaft nicht schon vor Jahren reagiert hätten. Dadurch habe die junge Generation bereits „erhebliche Schäden“ erlitten, so Günther. Der Politiker verweist insbesondere auf suchtfördernde Mechanismen vieler Social-Media-Apps, die ja bereits für Erwachsene problematisch sein könnten – auch für ihn selbst. „Wenn ich einmal anfange, muss ich mich stark disziplinieren, nicht ständig auf mein Handy zu schauen und ein Video nach dem anderen anzusehen“, sagt der 51-Jährige.

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Jeder weitere Monat „schadet Kindern und Jugendlichen”

Darüber hinaus gebe es in sozialen Netzwerken zahlreiche Formen von Gewalt, Stigmatisierung und unrealistischen Schönheitsidealen. „Teilhabe ist wichtig. Aber welche Kinder brauchen Teilhabe an Gewaltvideos, Enthauptungen, Stigmatisierungen oder verzerrten Schönheitsbildern, die sie in Depressionen treiben können?“, fragt Günther. „Jeder Monat, den wir warten, schadet Kindern und Jugendlichen“, warnt der Politiker weiter

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Das fordert die CDU konkret

Zuletzt hatten sich die CDU sowie Teile der SPD dafür ausgesprochen, soziale Medien für Kinder unter 14 Jahren vollständig zu verbieten und für ältere Jugendliche zusätzliche Einschränkungen einzuführen.

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Die CSU lehnt ein solches Verbot bislang ab. Ihrer Ansicht nach gehe die Debatte an der Lebensrealität junger Menschen vorbei. Der richtige Umgang mit sozialen Medien werde nicht durch Verbote erlernt, sondern durch Aufklärung und die gezielte Förderung von Medienkompetenz.

Verwendete Quellen: Spiegel, Redaktionsnetzwerk Deutschland