Sexleben, Fruchtbarkeit, Hormonschwankungen

Zyklus-Apps: Werden sensible Daten an Facebook weitergegeben?

Viele Frauen nutzen Zyklus-Apps, um sich einen Überblick über ihre Periode zu verschaffen.
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05. Februar 2020 - 15:26 Uhr

Zyklus Apps spionieren uns aus

Zyklus-Apps sollen Frauen dabei helfen, ihre Periode und ihren allgemeinen Gesundheitszustand im Blick zu halten. Viele Apps geben auch an, dabei zu helfen, schwanger zu werden. Doch die meisten Apps geben diese Informationen an dritte Unternehmen weiter, unter anderem: Facebook. Wir erklären, was dann mit den Informationen passiert und worauf Nutzerinnen achten sollten.

Was können Zyklus-Apps?

Viele Frauen nutzen Zyklus-Apps aus den unterschiedlichsten Gründen. Manche nutzen sie als Alternative zu hormoneller Verhütung, indem sie ihre fruchtbaren Tage genau im Blick behalten. Andere wollen mehr über den eigenen Körper herausfinden und die eigene Periode besser kennenlernen. Auch wenn die Apps auf Basis dieser Daten Prognosen anstellen, treffen diese häufig nicht zu, weil die körperlichen Abläufe von vielen anderen Faktoren abhängen.

Ein integrierter Kalender pflegt die Daten rund um den Monatszyklus und verschafft einen Überblick über den eigenen Hormonhaushalt. Körperliche Begleiterscheinungen lassen sich dann durch den Blick in die Zyklus-App besser einordnen. Basiert meine Migräne auf Stress oder bekomme ich meine Tage? Bin ich schlecht gelaunt oder kann es der hormonelle Wechsel sein?

AGBs akzeptiert? Dann können Daten verkauft werden

Frauen, die eine Zyklus-App benutzen, geben dort viele sensible Daten ein. Wie verhüte ich? Wann hatte ich das letzte Mal Sex? Wie fühle ich mich im Allgemeinen? Das sind alles Fragen, die die unterschiedlichen Apps abfragen, je nachdem welche Informationen sie bereitstellen sollen.

Doch wer sich eine der zahlreichen Apps auf sein Smartphone lädt, akzeptiert auch die AGBs. Und in denen steht, dass der App-Anbieter die gesammelten Daten an Dritte weitergeben kann. Unter anderem Social Media-Riese Facebook.

Doch warum wird der Daten-Verkauf zum Problem?

Laut Privacy International teilen die beiden größten Anbieter "Clue" und "Flo" Informationen mit Facebook und anderen Unternehmen, die nicht im direkten Zusammenhang mit der App selbst stehen. Für personalisierte Werbung ist das entscheidend. Denn sobald die App übermittelt, dass eine Nutzerin plant, schwanger zu werden, steigt ihr Marktwert. Denn dann trifft sie bald erstmalig Entscheidungen über Kinderbekleidung und Babyausstattung.

Wichtig für den Datenschutz ist es, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufmerksam zu lesen und sich darüber bewusst zu sein, dass die eingegebenen Daten eben nicht nur auf dem eigenen Endgerät bleiben, sondern dann von den App-Anbietern an Dritte weitergegeben werden können.