2018 M11 14 - 22:24 Uhr

Sexuelle Belästigung: Attacke bei Vernehmung

Melanie P. wollte nur eine Zeugenaussage bei der Polizei machen, doch im Gespräch bei der Polizei Zwickau (Sachsen) wird der vermeintliche Freund und Helfer zum Peiniger: Ein Polizeibeamter belästigt die Frau in seinem Dienstzimmer sexuell. Jetzt könnte der Vorfall den Mann seinen Job kosten. Vor dem Zwickauer Landgericht wurde er zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

"Ich wollte einfach nur nach Hause"

"Ihm ging es nicht so wirklich um einen Anzeigenverlauf oder eine Aussage direkt", sagt Melanie P. über den angeklagten Polizeibeamten. Bei der Vernehmung hatte der Mann sie gegen seinen Willen an sich gezogen, sie geküsst und an den Brust und den Po gefasst. Die 31-Jährige schaffte es, sich loszureißen und stand zunächst unter Schock. "Ich wollte einfach nur nach Hause, ich wollte weg, ich wollte schreien und brüllen aber stand komplett neben mir", erzählt Melanie im Interview.

Später schickte der Beamte ihr sogar noch eine Nachricht und bedankte sich bei ihr für die Küsse. Auch wenn Melanie erst dachte, dass ihr niemand glauben wird, zeigte sie den Mann an. Und vor Gericht stellt sich heraus: Ähnliche Vorwüfe gab es gegen den Polizisten vor 10 Jahren schon einmal.

Urteil könnte Ende der Polizeikarriere besiegeln

Für den respektlosen Vorfall könnte der Mann jetzt mit seinem Job bezahlen: Der Richter des Zwickauer Amtagerichts sah es als erwiesen an, dass der Beamte die 31-Jährige sexuell belästigte. Daher verhängte er eine Bewährugsstrafe von drei Monaten. Außerdem muss der Mann 1.000 Euro an eine soziale Einrichtung zahlen. Sollte das Urteil nach einer Berufung rechtskräftig werden, dann würde das für den derzeit suspendierten Beamten das Ende seiner Polizeikarriere bedeuten. Welche Ausrede der Verteidiger des Angeklagten parat hatte, das sehen Sie im Video.