Fastenbrechen nur im engsten Familienkreis

Muslime in Hessen begehen zweiten Ramadan unter Corona-Bedingungen

Für die rund 460.000 Muslime in Hessen beginnt der Ramadan.
Für die rund 460.000 Muslime in Hessen beginnt der Ramadan.
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13. April 2021 - 11:48 Uhr

Heute beginnt der Fastenmonat Ramadan

Für die rund 460.000 Muslime in Hessen beginnt der Ramadan. Schon zum zweiten Mal steht der Fastenmonat unter dem Eindruck der Corona-Krise. Die Politik ruft zu verantwortungsbewusstem Handeln auf.

Fastenbrechen nur im engsten Familienkreis

Erneut steht der muslimische Fastenmonat Ramadan im Zeichen der Corona-Pandemie. "Wir werden zum zweiten Mal einen eingeschränkten und außergewöhnlichen Ramadan haben, so wie es unsere christlichen Freunde bereits zu Ostern hatten", sagt Ünal Kaymakci von der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH). "Das ist misslich, da zum Ramadan erst die Gemeinschaft die spirituelle Atmosphäre richtig aufkommen lässt."

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Doch wegen der Corona-Pandemie werde das allabendliche Fastenbrechen wohl hauptsächlich im engsten Familienkreis stattfinden. Und bei Gottesdiensten werde beispielsweise auch auf Online-Predigten zurückgegriffen. "Wir müssen auch abwarten, was von der Politik in Sachen Corona-Regeln weiter entschieden wird", so Kaymakci.

Traditionell gibt es gemeinsame Gebete mit vielen Gläubigen in den Moscheen

Mann mit Corona-Maske betet in einer Moschee in Berlin
In Zeiten der Corona-Pandemie sind auch Gebete in Moscheen stark eingeschränkt.
© picture alliance, Abdulhamid Hosbas

Der diesjährige Fastenmonat Ramadan beginnt am 13. April und endet am 12. Mai. In dieser Zeit verzichten gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Der Fastenmonat wird traditionell mit gemeinsamen Gebeten in der Moschee und dem abendlichen Fastenbrechen, dem sogenannten Iftar, mit Freunden und Familie begleitet.

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"Wir verzichten neben dem gebotenen Fasten während des Tages nicht auf die Verrichtung der zusätzlichen Gebete, denn diese werden wir wie im Vorjahr auch in unseren Häusern und Wohnungen durchführen, im engsten Kreis der Familie", sagt auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek. "Wir machen neben unseren Moscheen nun unsere Wohnungen zu den Orten der Anbetung Gottes."

Das Fasten biete gläubigen Menschen die Möglichkeit, den gewohnten Alltag zu unterbrechen, sich zu überprüfen und sich neu auf Gott auszurichten, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, in einer Grußbotschaft anlässlich des Ramadan. Gleichzeitig sei die Zeit des Fastens auch eine Zeit der Gemeinschaft - im familiären wie im öffentlichen Bereich.

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In der Pandemie müsse jedoch auf viele vertraute und liebgewonnene Traditionen verzichtet werden. "Weder die Festtage noch die Zeiten des Alltags sind so wie wir sie kennen", sagt Bätzing. "Diese Erfahrung verbindet Christen und Muslime in unserem Land. Doch uns verbindet auch die Hoffnung auf bessere Zeiten."

Unterdessen hat die Staatssekretärin für Soziales und Integration, Anne Janz, die rund 460.000 Bürgerinnen und Bürger islamischen Glaubens in Hessen zu verantwortungsbewusstem Handeln aufgerufen. "Eine Überlastung der Krankenhäuser gilt es zu verhindern", sagt sie. Deshalb müssten persönliche und direkte Kontakte soweit wie möglich eingeschränkt werden.

Schon 2020 stand der Ramadan im Zeichen von Corona. Zum Abschluss des Fastenmonats hatten sich beispielsweise Hunderte Gläubige zum Beten nicht in der Moschee, sondern auf einem Ikea-Parkplatz in Wetzlar versammelt, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Quelle: DPA