Nach Schießerei im US-Bundesstaat Colorado

US-Präsident Biden fordert Verbot von Sturmgewehren

US-Präsident Biden fordert ein Verbot von Sturmgewehren und schärfere Waffenkontrollen.
US-Präsident Biden fordert ein Verbot von Sturmgewehren und schärfere Waffenkontrollen.
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23. März 2021 - 20:29 Uhr

Biden fodert schärfere Waffengesetze

Nach dem Angriff auf einen Supermarkt im US-Bundesstaat Colorado fordert US-Präsident Joe Biden ein Verbot von Sturmgewehren sowie verschärfte Waffenkontrollen. Beides wird in den USA schon seit längerem diskutiert, fand bislang jedoch nicht die nötigen Mehrheiten im Kongress.

Biden hatte sich schon in der Vergangenheit für schärfere Waffengesetze ausgesprochen.Viele Republikaner stehen dem aber zurückhaltend gegenüber – und die Waffenlobby tut ihr Übriges. Zudem dürften größere Gesetzesänderungen vor dem Obersten Gericht landen, wo konservative Richter die Mehrheit stellen. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte wiederholt auf der Seite der US-Waffenlobby gestanden.

Erste Konsequenzen aus Supermarkt-Massaker?

Kommen nach zwei Schießereien und insgesamt 18 Toten jetzt schärfere Waffengesetze in den USA? "Ich muss keine weitere Minute warten, geschweige denn eine Stunde, um vernünftige Schritte zu unternehmen, die in Zukunft Leben retten werden. Wir können Sturmgewehre verbieten", sagte US-Präsident Joe Biden in Washington.

Er forderte deshalb den Senat auf, zwei vom demokratisch dominierten Repräsentantenhaus bereits beschlossene Gesetzentwürfe zu verabschieden, mit denen Waffenkäufer und -besitzer strenger überprüft werden sollen. "Das ist ein amerikanisches Thema, das Leben retten kann. Leben von Amerikanern. Wir müssen handeln." Biden will vor allem die so genannten "assault weapons" (Angriffswaffen mit großen Schussmagazinen) verbieten.

Nach dem Angriff mit Schusswaffengebrauch auf den Supermarkt in Colorado hatte Biden den Angehörigen seit Beileid ausgesprochen und angeordnet, im ganzen Land die US-Flaggen auf halbmast zu setzen. "Im Moment ist noch vieles unklar", sagte Biden. Klar sei aber, dass zehn Menschen die Zukunft gestohlen worden sei. Er sei am Boden zerstört.

Zwei Amokläufe innerhalb einer Woche

Der Amoklauf in der Stadt Boulder knapp 50 Kilometer nordwestlich von Denver ist die zweite Schießerei innerhalb einer Woche in den USA. Erst vor sechs Tagen hatte es einen Amoklauf im Bundesstaat Georgia gegeben, bei dem acht Menschen getötet wurden.

Beim heutigen Attentat hatte ein 21-Jähriger zehn Menschen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren erschossen. Er hatte unter anderem ein Sturmgewehr und eine Pistole bei sich. Über seine möglichen Motive äußerte sich die Polizei bislang nicht. Der Täter war von herbeigeeilten Sicherheitskräften bei einem Schusswechsel angeschossen und am Bein verletzt worden. Es soll sich in einem stabilen Zustand befinden.

Beide Attentate reihen sich ein in eine Serie von Angriffen in Colorado, zu denen das Massaker an der Columbine High School 1999 und ein weiteres, sogenanntes "mass shooting" 2012 in einem Kino in Aurora gehört.