Starker Anstieg von Infizierten

Zweite Corona-Welle in Israel? Epidemiologe meint: Die Schulöffnungen sind schuld

Sind Schulöffnungen in Israel schuld? Corona-Zahlen steigen
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Corona-Zahlen steigen
Sind Schulöffnungen in Israel schuld?

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Epidemiologe: Schulöffnungen waren "großer Fehler"

Israel galt lange als Vorreiter in der Corona-Krise – in dem Land waren schnell sehr strenge Maßnahmen beschlossen worden, die Zahl der Infizierten bewegte sich auf einem geringen Level. Doch nun sieht es so aus, als könnte Israel direkt auf eine zweite Corona-Welle zusteuern. Anfang Mai begannen die schrittweisen Lockerungen, seit Ende Mai steigen die Infektionen wieder. Vor allem an Schulen gibt es viele neue Fälle. Der Epidemiologe Gabi Barbash, früherer Chef der israelischen Gesundheitsbehörde, meint: Die zu schnelle Öffnung der Schulen ist Schuld an der erneuten Corona-Misere im Land. Er bezeichnet die Wiederaufnahme des Schulbetriebs als „großen Fehler“. Was er der israelischen Regierung vorwirft, erklärt er im Video.

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Über 200 Schulen sind wegen Corona-Infektionen dicht

Die Regeln in Schulen im Kampf gegen die Pandemie sind streng: Sobald nur ein Schüler oder Lehrer nachweislich infiziert ist, wird sofort die ganze Schule geschlossen. Alle Schüler und die Lehrerschaft müssen in Heimquarantäne, bis sichergestellt ist, dass sie sich nicht angesteckt haben. Derzeit sind über 200 Schulen deshalb dicht.

Seit Ende Mai steigen die Zahlen wieder

Auch wenn Israel mit 22.400 Corona-Infizierten und nur 309 Todesfällen (Stand: 25. Juni, 20:00 Uhr) derzeit in der Corona-Rangliste der Welt sehr weit hinten steht, schrillen bei den vielen Neuinfektionen der letzten Wochen doch alle Alarmglocken.

Anfang Mai hatte sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel zumeist im zweistelligen Bereich bewegt. Doch am 29. Mai stieg sie auf 113 - über die "rote Linie" von 100 Neuinfektionen am Tag, die Ministerpräsident Benjamin Netanjahu genannt hatte. Seitdem ist diese Linie mehrmals erneut überschritten worden – am 17. Juni stieg die Zahl der Neuinfektionen mit 299 an nur einem Tag außerdem so stark an wie seit zwei Monaten nicht mehr.

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Israel verhängt strengere Strafen bei Masken-Verzicht und verlängert das Einreiseverbot

Die Menschen in Israel sind die Beschränkungen zwar leid – die Strände sind voll, viele wollen ihre Maske auch nicht mehr tragen. Doch seitdem die Zahlen wieder steigen, werden auch die Regeln wieder verschärft. Corona-Abteilungen in Krankenhäusern mussten teilweise wieder öffnen, Verstöße gegen die Maskenpflicht werden jetzt beispielsweise strenger bestraft. Wer es in der Öffentlichkeit versäumt, eine Maske zu tragen, der soll künftig umgerechnet rund 130 Euro zahlen müssen. Zuvor betrug die Strafe etwa 50 Euro.

20.06.2020, Israel, Tel Aviv: Menschen genießen das warme Wetter an einem Strand. Foto: Gil Cohen Magen/Xinhua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Viele Menschen in Israel haben die Corona-Beschränkungen satt: Die Strände in Tel Aviv sind voll.
hen lop, dpa, Gil Cohen Magen

Außerdem wurden mehrere Orte in Israel zur Sperrzone erklärt. Sowohl die zentrale Stadt El'ad sowie einzelne Wohnviertel der nördlichen Stadt Tiberias sollen ab diesem Mittwoch sieben Tage lang nur eingeschränkt zugänglich sein, entschied das zuständige Komitee am Dienstag. Auch das Einreiseverbot für Ausländer wurde um vier Wochen verlängert – es gilt nun vorerst bis zum 1. August.

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