Junge starb bei Kita-Ausflug

Zweijähriger in Teich ertrunken: Prozess gegen Erzieherin eingestellt

© dpa, Daniel Bockwoldt, dbo lop

16. Juli 2019 - 5:29 Uhr

Unglück geschah bereits 2016

Ein Zweijähriger ertrinkt bei einem Kita-Ausflug - obwohl sieben Betreuer dabei sind. Dieses tragische Unglück geschah bereits 2016 in Hoisdorf in Schlewsig-Holstein. Eine der Erzieherinnen stand wegen des Vorfalls seit Juni vor Gericht. Jetzt wurde der Prozess gegen sie eingestellt.

"Schrecklichster Tag ihres Lebens" für Angeklagte

Das Gericht begründete die Entscheidung mit der geringen Schuld der Angeklagten und dem geringen öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die 33-Jährige hatte sich wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Ahrensburg verantworten müssen.

Laut "NDR" erklärte sich die Erzieherin allerdings bereit, 1.000 Euro an die Eltern des Jungen zu zahlen und auch einen Teil der Anwaltskosten zu tragen. Die Familie des Jungen wolle auf eine weitere, zivilrechtliche Handlung verzichten. Es sei ihm von Anfang an nur um Aufklärung gegangen und nicht darum, jemanden ins Gefängnis zu stecken, so der Vater laut "NDR".

Die angeklagte Erzieherin war eine von sieben Betreuern, die die 20 Kinder im Vorschulalter begleitet hatten. In der Hauptverhandlung sei klar geworden, dass die 33-Jährige nicht die alleinige Verantwortliche für den Tod des Kindes gewesen sei, hatte die Richterin bereits am vorletzten Verhandlungstag vor einer Woche gesagt. Auch die hochschwangere Angeklagte empfand es als ungerecht, allein auf der Anklagebank zu sitzen. Sie hatte das Unglück während des Verfahrens als "schrecklichsten Tag ihres Lebens" bezeichnet.