Zwei Zehnjährige ermordeten ihren Sohn (2): Denise Fergus leidet bis heute

26. Januar 2018 - 23:20 Uhr

Sie ließ ihr Kind nur einen Moment aus den Augen

Für Denise Fergus aus Liverpool war es ein ganz normaler Tag. Sie fuhr mit ihrem zweijährigen Sohn James ins Einkaufszentrum, um beim Metzger einzukaufen. Als sie nach ihrem Portemonnaie griff, ließ sie das Kleinkind für einen kurzen Moment aus den Augen. Bis heute macht sie sich deswegen Vorwürfe.

Denise Fergus will, dass der Mord an ihrem Sohn nicht in Vergessenheit gerät

"Als ich nach unten schaute, war er weg, ich habe ihn einfach gehen lassen", erzählt sie. Ihr Kind wurde von zwei zehnjährigen Jungen entführt. Die beiden Schulschwänzer töteten den Zweijährigen und legten die Leiche des Kleinkindes auf Bahngleise, um es wie einen Unfall aussehen zu lassen.

Das alles ist inzwischen 25 Jahre her, doch für Denise Fergus vergeht kein Tag, an dem sie nicht an ihren kleinen Sohn denkt. Damit der Mord an James nicht in Vergessenheit gerät, hat sie jetzt ein Buch geschrieben, um die grauenhaften Erlebnisse zu verarbeiten.

Die Täter saßen acht Jahre lang im Jugendarrest

Die Mörder des Zweijährigen saßen acht Jahre lang in Jugendarrest, dann wurden sie freigelassen. In Großbritannien sind Kinder schon mit zehn Jahren strafmündig, in Deutschland müssen sich Jugendliche erst ab 14 Jahren für Verbrechen verantworten. Die beiden bekamen eine neue Identität.

Für Denise Fergus war die Strafe für die beiden Mörder ihres Kindes trotzdem zu mild. "Da durften sie sich die Zimmer selbst einrichten. Sie durften sich wünschen, was sie wollten, alles wurde für sie gemacht. Das war doch keine Strafe. Das war für mich eine Belohnung", meint die Britin.