Zwei Wochen Jugendarrest: Mann (19) ruft zur Selbstjustiz gegen unschuldigen 17-Jährigen auf

11. Juni 2013 - 17:39 Uhr

Urteil: Zwei Wochen Jugendarrest

"Auf zur Polizei - Lasst uns das Schwein mit Steinen beschmeißen!" Ein Aufruf bei Facebook, dem in der Nacht zum 28. März 2012 mehr als 50 Menschen folgten. Es geht um den Mord an der elfjährigen Lena im März 2012. Das Mädchen war in einem Parkhaus missbraucht und getötet worden. In die Trauer um Lena mischte sich auch Wut. Bei Facebook hatte ein 19- Jähriger aus Emden zur Lynchjustiz gegen einen 17-Jährigen aufgerufen, der irrtümlich unter Verdacht geraten und verhaftet worden war. Mit dem Mord an Lena hatte er aber nichts zu tun. Am Dienstag stand der 19-Jährige in Aurich wegen Aufruf zu einer Straftat vor Gericht: Er wurde zu zwei Wochen Jugendarrest verurteilt.

Großes Medieninteresse in aurich
Den Kameras zeigte sich der Angeklagte nicht. Erst als die Journalisten rausgegangen sind, betrat der Angeklagte den Gerichtssaal.
© dpa, Ingo Wagner

Die Öffentlichkeit war von dem Prozess ausgeschlossen. Es überwiege der Schutzgedanke für den Angeklagten, begründete das Jugendgericht die Entscheidung. Den Kameras zeigte er sich nicht. Erst als die Journalisten rausgegangen sind, betrat der Angeklagte den Gerichtssaal. Seine Äußerung im Internet: "Unbedacht".