Kassel

Zwei versuchte Auftragsmorde: 56-Jähriger vor Gericht

Justitia
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.
Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Es erinnert an die Handlung eines TV-Krimis: Ein 56-Jähriger soll rund 200.000 Euro veruntreut und zwei Mal den Mord an seinem Arbeitgeber beauftragt haben, um seine Taten zu verdecken. Beide Versuche scheiterten. Jetzt hat der Prozess begonnen.

Er soll aus Hab- und Profitgier gehandelt haben: Einem 56-jährigen Mann aus Kassel wird zur Last gelegt, zwei Mal den Mord an seinem Arbeitgeber in Auftrag gegeben zu haben. Er muss sich seit Freitag unter anderem wegen gewerbsmäßiger Untreue in 239 Fällen und zweifach gemeinschaftlich versuchten Mordes in Tateinheit mit gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Kassel verantworten.

Laut Anklage soll der Mann, der als angestellter Geschäftsführer in dem Unternehmen des Opfers im nordhessischen Vellmar (Landkreis Kassel) beschäftigt war, von Januar 2018 bis Oktober 2020 mehr als 200.000 Euro veruntreut haben. Um die Entdeckung dieser Taten zu verhindern, fasste der Angeklagte den Entschluss, den Geschädigten töten zu lassen, sagte der Staatsanwalt zum Prozessauftakt.

Zudem habe der Angeklagte gewusst, dass das Opfer ihn in seinem Testament mit einem sechsstelligen Betrag bedacht hatte. Auch soll der 56-Jährige einen Aufhebungsvertrag gefälscht haben, um sich durch eine Abfindungs- und Sonderzahlung weitere 200.000 Euro zu erschleichen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Mord über Mittelsmänner beauftragt zu haben. Nachdem ein erster Versuch im April 2021 gescheitert war, soll er ein zweites Mal den Auftrag erteilt haben. Bei dem folgenden Überfall im Juni vergangenen Jahres wurde das Opfer auf dem Gelände seiner Firma angegriffen und mit einem Schlagstock und einem Zimmermannshammer lebensgefährlich am Kopf verletzt. Der Mann leide bis heute unter den Folgen der Tat, sagte der Staatsanwalt.

Neben dem 56-jährigen Hauptangeklagten stehen in dem Fall fünf weitere Männer vor Gericht, die an der Planung der Taten mitgewirkt beziehungsweise sie verübt haben sollen. Darunter sind ein 32-Jähriger aus Bielefeld sowie ein 24-Jähriger aus Wiesbaden, denen vorgeworfen wird, die Taten jeweils ausgeführt zu haben. Sie müssen sich wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten. Für den Prozess sind bislang 18 weitere Verhandlungstermine geplant.