Zwei Verletzte bei Schießerei unter Rockern auf Hamburger Reeperbahn

30. Dezember 2015 - 11:12 Uhr

"Das Taxi sieht aus wie ein Sieb"

Es sind filmreife Krimiszenen, die sich auf der Hamburger Reeperbahn ereigneten: Bei einem Angriff auf eine Rockerbande sind in der Nacht zum Dienstag zwei Männer angeschossen worden. Ein weiterer Mann zog sich bei einem Sturz während der Flucht eine Beinverletzung zu. Doch was steckt hinter diesem schrecklichen Szenario?

Rockerbanden in Hamburg, nahe der Reeperbahn
Ein Mitglied des Rockerclubs Mongols wurde in einem Taxi angeschossen. Der Fahrer blieb wie durch ein Wunder unverletzt.
© dpa, Citynewstv

"Die Männer gehören zu den Mongols und waren mit weiteren Mitgliedern des Rockerclubs beim Essen", sagte ein Polizeisprecher. Als einige von ihnen das Restaurant verließen, seien sie auf der Straße von Mitgliedern der konkurrierenden Rockergruppe Hells Angels angegriffen worden. Wegen der Schüsse seien die anderen Männer aus dem Lokal geflüchtet.

"Um sich zu retten, sind drei Männer in ein Taxi gesprungen", erklärte der Sprecher weiterhin. Dann sei das Feuer eröffnet worden.

Ein 28 Jahre alter Mann wurde im Nierenbereich getroffen und kam in der Nacht unter Polizeischutz in ein Krankenhaus. Die Verletzung sei nicht lebensbedrohlich, hieß es. Ein 26-Jähriger kam den Angaben zufolge mit leichten Verletzungen davon. Der Fahrer und ein 27 Jahre alter Fahrgast, die laut Polizei noch im Auto saßen, blieben wie durch ein Wunder unverletzt. "Das Taxi sieht aus wie ein Sieb", sagte ein weiterer Sprecher. Mindestens sieben Geschosse trafen das Fahrzeug.

Der 46-jährige Taxifahrer wurde bereits vernommen. Zwölf Menschen aus dem Umfeld der Hells Angels wurden festgenommen, aber im Laufe des Tages wieder freigelassen. "Der dringende Tatverdacht konnte bisher nicht erhärtet werden", sagte eine Sprecherin der Polizei. Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt ermitteln. Die Beamten stellten sechs Autos sicher. In der Nähe des Tatorts wurden ein Messer und eine Schusswaffe gefunden. Ob es sich bei der Schusswaffe auch um die Tatwaffe handelt, war zunächst unklar.

Insgesamt waren 46 Streifenwagen im Einsatz. Auch Spezialisten für Milieu-Kriminalität untersuchten den Tatort. Wegen der Spurensicherung musste das Gebiet nahe der Reeperbahn zeitweilig voll gesperrt werden.