Zwei tödliche Schiffsunfälle in Venedig: drei Tote innerhalb weniger Stunden

HANDOUT - 04.08.2018, Italien, Venedig: Das von der Vigili del Fuoco zur Verfügung gestellte Foto zeigt Helfer der italienischen Feuerwehr im Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Boote. Beim Zusammenstoß zweier Boote in Venedig sind zwei Menschen u
Das von der Vigili del Fuoco zur Verfügung gestellte Foto zeigt Helfer der italienischen Feuerwehr im Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Boote.
nwi, dpa, -

Zu viele Schiffe, zu wenig Platz – das Thema ist bekannt und daran scheiden sich seit langem die Geister. Durch zwei tödliche Unfälle wird es nun erneute befeuert. Bei zwei Bootsunglücken in Venedig sind innerhalb weniger Stunden drei Menschen ums Leben gekommen.

Unfall zwischen Insel Sant'Andrea und Lido

ARCHIV - 13.02.2004, Italien, Venedig: Venezianische Wassertaxis blocken während einer Protestaktion den Canal Grande in Venedig. Über den Schiffsverkehr in Venedig wird seit langem gestritten. Den Kritikern sind zu viele Schiffe auf den Kanälen unte
Venezianische Wassertaxis blocken während einer Protestaktion den Canal Grande in Venedig (Archiv).
rf soe, dpa, epa ansa Merola

Beim ersten Unfall stießen in der Lagune in der Nähe des Lido ein Fischerboot und ein Motorboot zusammen. Zwei Menschen starben, vier wurden bei dem nächtlichen Unfall verletzt, wie die Feuerwehr mitteilte. Bei dem zweiten Vorfall starb ein Mann aus der Region, berichteten Nachrichtenagenturen. Vier weitere Menschen wurden verletzt.

Womöglich war das Schiff wegen Wellengangs umgekippt. Bei den Toten des ersten Unglücks handelt es sich nach Medienangaben um zwei Fischer aus Venedig. Auf dem Motorboot seien vier Menschen gewesen, in dem Fischerboot zwei.

Der Unfall ereignete sich in der Gegend zwischen der kleinen Insel Sant'Andrea und dem Lido.Nach ersten Erkenntnissen habe das Motorboot das andere Schiff gerammt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die vier Verletzten seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Lokalen Medien zufolge waren vier junge Leute aus Venedig auf dem Motorboot, sie seien sehr schnell unterwegs gewesen. Ein Alkoholtest sei aber negativ ausgefallen.

"Leider ist Venedig eine Autobahn im Meer geworden, auf der Motorboote ohne Regeln rasen"

ARCHIV - Italienische Polizeibeamte patroullieren am 17.08.2013 auf dem Canale Grande im italienischen Venedig. Bei einem Unfall nahe der Rialtobrücke war ein 50-Jähriger aus Tübingen im August 2013 getötet worden, als ein Gondoliere mit einem Wasser
Gondel-Unfall in Venedig (Archiv).
dpa, Andrea Merola

Der zweite Unfall ereignete sich in der südlichen Lagune außerhalb der Altstadt - der Hergang ist noch unklar. "Leider ist Venedig eine Autobahn im Meer geworden, auf der Motorboote ohne Regeln rasen", erklärte Stefano Pedica von der sozialdemokratischen Partei Partito Democratico. "Die Proteste der Gondolieri und der Fischer sind bisher ungehört geblieben." Der Bürgermeister müsse nun mutig sein und Motorboote verbieten. Über den Schiffsverkehr in Venedig wird seit langem gestritten. Den Kritikern sind zu viele Schiffe auf den Kanälen unterwegs: Neben den Wasserbussen (Vaporetti) sind es unter anderem Wassertaxis, Gondeln und Motorboote.

Zwar hat die Stadt strikte Auflagen für Boote in den Kanälen, zum Beispiel im Canal Grande. Aber es kommt doch immer wieder zu tödlichen Unfällen: 2013 kam ein deutscher Tourist ums Leben, nachdem seine Gondel mit einem Wasserbus zusammengestoßen war.