Zwei Sachsen-Anhalter unter rechten Terrorverdächtigen

Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel. Foto: Oliver Berg/dpa
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14. Februar 2020 - 17:50 Uhr

Nach den Razzien gegen eine mutmaßliche rechte Terrorzelle in Sachsen-Anhalt und fünf weiteren Bundesländern hat der Generalbundesanwalt 12 der 13 Beschuldigten festnehmen lassen. Die aktuellen Ermittlungen hätten den Verdacht erhärtet, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Freitag mit.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nahmen die Spezialkräfte auch zwei Männer aus Sachsen-Anhalt fest, einen Mann aus dem Salzlandkreis und einen Mann aus dem Landkreis Wittenberg. Dabei soll es sich um zwei der acht ermittelten Unterstützer der mutmaßlichen Terrorgruppe handeln. Die mutmaßlichen fünf Mitglieder kommen demnach aus Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Alle Festgenommenen sind Deutsche und Männer. Sie sollten noch am Freitag oder am Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) vorgeführt werden. Dieser entscheidet, ob alle Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen oder jemand möglicherweise wieder freigelassen werden muss.

Die Durchsuchungen hatten seit den Morgenstunden an insgesamt 13 Orten in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stattgefunden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Ermittler für Festnahmen noch nicht genug in der Hand gehabt. Wo genau in Sachsen-Anhalt es Durchsuchungen gab, war zunächst unklar. Das Magdeburger Innenministerium verwies auf den zuständigen Generalbundesanwalt, der dazu jedoch keine näheren Angaben machte.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass fünf mutmaßliche Rechtsextremisten die Terrorgruppe gegründet und Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben. Diese Anschläge hätten bürgerkriegsähnliche Zustände auslösen sollen - mit dem Ziel, "die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland zu erschüttern und letztlich zu überwinden". Festgenommen wurden allerdings nur vier der mutmaßlichen fünf Mitglieder.

Die Beschuldigten hätten sich in unterschiedlichen Besetzungen mehrfach persönlich getroffen, hieß es weiter. Einer von ihnen, Werner S., habe diese Treffen anberaumt und koordiniert. Außerdem hätten sich die Männer in Chatgruppen und am Telefon ausgetauscht.

Die acht anderen Festgenommenen werden verdächtigt, die Terrorgruppe unterstützt zu haben. Sie hätten zugesagt, mit Geld zu helfen, Waffen zu beschaffen und an künftigen Anschlägen mitzuwirken, hieß es.

Quelle: DPA