Besitzerin war ebenfalls positiv und verstarb

Hamburg: Zwei Katzen nach positivem Corona-Test in Quarantäne

Zwei Katzen wurden in Hamburg positiv auf das Coronavirus getestet - beiden gehe es aber gut. Foto: Symbolbild
© dpa, Julian Stratenschulte

22. Februar 2021 - 9:54 Uhr

Leichter Schnupfen: "Es geht den beiden Katzen gut"

Zwei Katzen einer an Corona verstorbenen Hamburgerin sind ebenfalls positiv auf das Virus getestet worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe die Infektion der Katzen bestätigt, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit. Bislang seien in Deutschland insgesamt fünf Corona-Fälle bei Katzen und zwei bei Hunden gemeldet worden. Es lägen aber keine Hinweise vor, dass sich Menschen bei Hunden und Katzen mit Sars-CoV-2 infiziert hätten. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere wie Schweine und Hühner seien nicht infizierbar.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Erste bestätigte Fälle in Hamburger Tierheim

"Es geht den beiden Katzen gut", sagte die Leitende Tierärztin des Hamburger Tierheims, Urte Inkmann. Sie hätten einen leichten Schnupfen und niesten ein bisschen. Die beiden kastrierten Kater seien getrennt in der Isolationsstation untergebracht worden und hätten jeder einen größeren Käfig mit zwei Boxen zur Verfügung. "Wir sind guter Hoffnung, dass sie nächste Woche aus der Quarantäne entlassen werden", sagte Inkmann. Darüber werde das Bezirksamt Harburg nach einem weiteren Test entscheiden.

Katzen würden wie Menschen mit einem Tupfer im Hals getestet, erklärte die Tierärztin. Bei den beiden Katern hätten Mitarbeiter des Tierheims das ohne Narkose machen können. "Das sind ganz, ganz liebe Katzen", sagte Inkmann. Es seien schon mehrfach Katzen und Hunde mit Corona-Verdacht in der Isolationsstation gewesen. Jetzt seien es die ersten bestätigten Fälle im Hamburger Tierheim. Die Mitarbeiter achteten wie bei Menschen auf Distanz zu den Tieren und trügen bei der Versorgung die gleiche Schutzkleidung wie im Krankenhaus. Nach dem Abholen der Katzen aus der Wohnung der verstorbenen Frau hätten alle beteiligten Mitarbeiter einen Schnelltest bei sich machen lassen.

Dr. Zinn: "Impfung bei Haustieren nicht notwendig"

Auch in Österreich war kürzlich der erste Fall einer positiv getesteten Katze gemeldet worden. Studien des Friedrich-Löffler-Instituts hatten bereits im vergangenen Jahr bestätigt, dass Menschen Hunde und Katzen mit dem Coronavirus anstecken können.

Eine Gruppe von Wissenschaftlerin in den USA gehe davon aus, dass Katzen und Hunde in Zukunft gegen Covid-19 geimpft werden sollten. Die Übertragung von Tieren auf Menschen stelle ein "signifikantes Langzeitrisiko" dar. Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, sieht das im RTL-Interview anders. Er sagt: Impfungen bei Haustieren "sind nicht notwendig".

Dennoch hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Juni 2020 eine Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren eingeführt, um Erkenntnisse über Infektionen und Ausbreitung zu bekommen. Wer also ein infiziertes Tier besitzt, das röchelt oder schnarcht, sollte das den Veterinärbehörden melden. Das FLI beobachtet die Entwicklung im Tierbereich und führt weitere Studien zu SARS-CoV-2 bei Tieren durch.

Video-Playlist: Was Sie jetzt zum Coronavirus wissen sollten