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Zwei Jahre, elf Monate Haft für Svetoslav S.: Berliner U-Bahn-Treter muss ins Gefängnis

U-Bahn-Treter Berlin
Der Verdächtige hatte einer Frau von hinten in den Rücken getreten. © RTL

Studentin die Treppe heruntergetreten

Nach seinem brutalen Fußtritt gegen eine junge Frau auf einer Berliner U-Bahn-Treppe muss der feige Angreifer für zwei Jahre und elf Monate ins Gefängnis. Das Berliner Landgericht sieht es als erwiesen an, dass der 28-Jährige im Oktober 2016 die Studentin mit einem heftigen Tritt in den Rücken die Treppe im U-Bahnhof Hermannstraße im Stadtteil Neukölln heruntergetreten hatte.

Tat löste bundesweit Entsetzen aus

Die brutalen Bilder hatten bundesweit schockiert: Ein Mann, der sich in einer U-Bahn-Station in Berlin von hinten einer jungen Frau nähert, ihr – unvermittelt  – einen gezielten Tritt in den Rücken verpasst, sodass die 26- jährige Studentin mehrere Treppenstufen hinabstürzt.

Diese Gewalttat ereignet sich in der Nacht zum 27. Oktober 2016 und wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Der Mann hat als U-Bahn-Treter von Berlin massive öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. 

IQ von 67 - Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt?

Laut psychologischem Gutachten hat Svetoslav S. einen IQ von 67, weit unter dem deutschen Durchschnitt. Psychologe Alexander Böhle folgerte, dass der 28-Jährige daher als geistig behindert einzustufen sei, und geht deswegen von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.

Die Gedächtnisleistung des Bulgaren sei instabil, die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Da sich Svetoslav S. 2008 bei einem Unfall in Polen außerdem Hirnverletzungen zugezogen hat, könne er sein Verhalten nur eingeschränkt steuern und leide seitdem unter Stimmungsschwankungen.

Aus dem psychologischen Gutachten geht außerdem hervor, dass der 28-Jährige ein missbräuchliches Verhältnis zu Alkohol und Drogen habe. Bereits als Teenager hat er Haschisch und Kokain konsumiert. Außerdem leide er an einer krankhaften seelischen Störung. Während der psychologischen Untersuchungen soll der Angeklagte viel geweint und große Schuldgefühle gezeigt haben. Diese Affekte seien auf seine hirnorganische Störung zurückzuführen.

Ehefrau beschrieb Svetoslav S. als lieb und fürsorglich

ARCHIV - Der Angeklagte Swetoslaw S. steht am 26.06.2017 in Berlin mit einer Mappe vor dem Gesicht hinter einer Glasscheibe in einem Gerichtssaal und muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Am 29. Juni soll der Prozess gegen 28-Jä
Der Angeklagte Swetoslaw S. im Juni in Berlin mit einer Mappe vor dem Gesicht. © dpa, Paul Zinken, pdz vge fux

Bereits am vorherigen Prozesstag ließ der 28-Jährige Bulgare durch seinen Anwalt verlauten, dass er die Studentin tatsächlich die Treppe hinuntergetreten habe. Allerdings könne er sich daran nicht erinnern. Alkohol und Drogen seien der Grund. Im laufenden Prozess hatte sich Svetoslav S. bei der Studentin Jana K. entschuldigt und gab an, dass er nicht wisse, warum er sich zu dieser Gewalttat habe hinreißen lassen.

Die Ehefrau des Angeklagten, Svetanka M., versuchte vor Gericht, das brutale Verhalten ihres Mannes zu erklären. Sie beschrieb Svetoslav S. als lieben und fürsorglichen Menschen. Allerdings hätte sich dies nach seinem Unfall 2008, bei dem er schwer am Kopf verletzt und zweimal operiert wurde, geändert. Seitdem sei ihr Mann schnell aggressiv, nehme Drogen, trinke Alkohol und würde auch seine Familie nicht mehr so gut behandeln. 

Svetanka M. versuchte außerdem, ihren Mann ihn Schutz zu nehmen: Sie erzählte von Streit der beiden kurz vor der Tat in der Berliner U-Bahn-Station. Sie gab an, dass sie ihren Mann beleidigt hätte, weswegen er vielleicht so aggressiv geworden war. Mit diesen Darstellungen machte sich die 27-Jährige indirekt verantwortlich für die brutale Tat ihres Mannes.

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