Zwei Aussteigerinnen berichten: So brutal sind IS-Kämpferinnen gegenüber Frauen

22. Mai 2015 - 19:15 Uhr

"Am schlimmsten war es, alte Frauen auszupeitschen"

Der Vormarsch der Terrormiliz IS scheint unvermindert weiterzugehen. Nachdem die Islamisten zuletzt die historischen Stätten im syrischen Palmyra und die irakische Stadt Ramadi unter ihre Kontrolle gebracht haben, versuchen sie jetzt vor allem im Osten der von ihnen beherrschten Gebiete weiter vorzudringen. Dabei sind sie offenbar nur noch knapp 100 Kilometer von der irakischen Hauptstadt Bagdad entfernt. Wie sehr vor allem Frauen unter der barbarischen IS-Herrschaft leiden, darüber haben jetzt zwei Aussteigerinnen mit Reportern gesprochen. Ulrich Oppold berichtet.

'Al-Kansaa'-Brigade
Die 'Al-Kansaa'-Brigade ist für ihre Brutalität berüchtigt.

Die beiden Frauen gehörten zur gefürchteten weiblichen Polizeitruppe des Islamischen Staates und waren mit ausländischen Kämpfern verheiratet – bis sie die Flucht ergriffen, weil ihre Männer einen Märtyrertod sterben mussten. In der Türkei angekommen, erzählen sie nun voller Reue davon, was sie anderen Frauen während ihrer Zeit bei der gefürchteten 'Al-Kansaa'-Brigade angetan haben.

"Wenn die Frauen versuchten, uns zu entwischen nach der Festnahme, haben sie 60 Peitschenhiebe bekommen. Wenn sie nicht vorschriftsmäßig gekleidet waren oder Stöckelschuhe trugen, gab es 40 Hiebe", berichtet die Ex-Polizistin Doaa. Die spezielle Polizeitruppe des IS geht insbesondere gegen Frauen vor, die sich nicht – wie vorgeschrieben – voll verhüllt und in Männerbegleitung in der Öffentlichkeit blicken lassen. Dabei machen die brutalen 'Ordnungshüterinnen' keinerlei Ausnahmen. "Am schlimmsten war es, alte Frauen auszupeitschen. Die Frauen waren manchmal so alt wie meine Mutter, die wir geschlagen und erniedrigt haben."