Weltfaultiertag will Aufmerksamkeit schaffen

Langsam, gemütlich - und mehr und mehr bedroht: das Faultier

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20. Oktober 2019 - 12:22 Uhr

Faultiere sind immer mehr bedroht

Es ist das tierische Symbol für Entschleunigung und gepflegtes Nichtstun: das Faultier. Doch so gemütlich und entspannt das ulkig aussehende Tier mit den endlos langen Armen auch wirkt - durch den Verlust seines Lebensraums wird auch das Faultier mehr und mehr bedroht. Darauf will der Weltfaultiertag am 20. Oktober aufmerksam machen.

Der Körper des Faultiers läuft auf Sparflamme

Faultiere findet man meist hoch oben in den Baumkronen der Regenwälder in Süd- und Mittelamerika, wo sie täglich bis zu 20 Stunden schlafen. Dabei sind Faultiere eigentlich gar nicht so faul - sie haben ihren Körper einfach nur so gut es geht auf Sparflamme gestellt. Ihr Stoffwechsel ist der langsamste von allen Säugetieren überhaupt.

Das ist wichtig für sie, um kostbare Energie zu sparen und lange von ihrer Nahrung zehren zu können. Faultiere ernähren sich nämlich von Zweigen, Knospen und Blättern, die sie direkt von den Bäumen fressen können - und die sind ziemlich energiearm. Auch seine Körpertemperatur hält das Faultier deshalb so niedrig wie möglich: auf maximal 33 Grad.

Nur im Baum ist das Faultier sicher

Faultiere verbringen ihr ganzes Leben auf einigen wenigen Bäumen.
Mit seinen langen Krallen klammert das Faultier sich an Ästen fest.
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Ihre langen Krallen haben Faultiere, um nicht vom Baum zu fallen. Zweifinger- und Dreifinger-Faultiere unterscheiden sich übrigens durch die Anzahl ihrer Krallen an den Vorderfüßen, an den Hinterbeinen haben beide Faultierarten jeweils drei Krallen. Mit allen Vieren hängt das Faultier dann an dicken Ästen - und steigt nur dann vom Baum, wenn es unbedingt sein muss, höchstens einmal die Woche.

Aus gutem Grund: Faultiere können nicht auf allen Vieren stehen oder gar laufen und müssen sich am Boden deshalb bäuchlings und ziemlich unbeholfen voranschleppen. Am Boden sind sie also besonders schutzlos und eine leichte Beute für Feinde. 

In Gefangenschaft werden Faultiere teils 30 Jahre alt, in freier Wildbahn leben sie deutlich kürzer. Das älteste Faultier der Welt kommt übrigens aus Deutschland. Mit ihren stolzen 50 Jahren auf dem Buckel hat Faultier Paula aus Halle es gerade ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

Abholzung des Regenwalds zerstört ihren Lebensraum

Lebensraum der Faultiere sind die Bäume in den Wäldern - und mit der fortschreitenden Abholzung des Regenwaldes wird ihnen dieser mehr und mehr genommen. Wird Regenwald gerodet, sterben die Tiere in den Baumkronen entweder direkt oder werden später überfahren, wenn sie langsam und unbeholfen versuchen, über eine Straße zu robben.

Ähnlich wie beim stark bedrohten Orang-Utan ist der größe Feind des Faultiers also auch der Mensch und dessen Profitgier. Heute sind vor allem das Kragenfaultier und das Zwergfaultier aus der Familie der Dreifingerfaultiere bedroht und ihre Bestände stark dezimiert. 

Video: Hier werden Faultiere aufgepäppelt

In dieser Auffangstation in Costa Rica werden verletzte Faultiere aufgepäppelt und gesund gepflegt. Die süßen Bilder gibt's im Video!