Warme Worte für Pflegende vom Bundespräsidenten

Zum Tag der Pflege: Dienstleister zeichnet "Pflegerin des Jahres" aus

11.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Sarah Hupperich, Krankenschwester, steht mit einem Mundschutz unter dem Kinn vor den Kliniken Köln-Merheim. Sie arbeitet als Intensiv-Krankenschwester auf der Lungen-Intensivstation des Krankenhauses, wo aktuell
Coronavirus - Köln
obe bsc, dpa, Oliver Berg

Viel Lob, wenig Lohn

Gerade in diesen Zeiten bekommen Pflegekräfte viel Lob und werden öffentlich mehr wertgeschätzt denn je. Die schlechten Arbeitsbedingungen und die miserable Bezahlung geraten da oft in den Hintergrund. Attraktiver macht das den Pflegeberuf jedoch nicht. Daran ändert auch eine Einmalzahlung von 1.500 Euro als Teil des geplanten zweiten Epidemie-Schutz-Gesetzes wenig. Zum Tag der Pflege hat der Pflegedienstleister "Jobtour Medical" die Auszeichnung "Pflegerin des Jahres" an eine 27-jährige Intensivpflegerin aus Köln verliehen. Auch dieser Award soll Aufmerksamkeit für Pflege-Berufe schaffen. Zu deren Wertschätzung auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aufruft.

Pflegeberuf muss aufgewertet werden

Ob im Krankenhaus, in der ambulanten Pflege oder in Seniorenheimen, ohne das pflegende Personal wäre ein großer Teil der Bevölkerung hilflos. In diesem Jahr fällt der Tag der Pflege mitten in die Corona-Krise, die dank des professionellen und leidenschaftlichen Einsatzes der vielen Helfer und Helferinnen vor Ort nicht zu einer Pflege-Krise wird.

Dennoch gerät Pflegepersonal viel zu oft an seine Grenzen, denn der Arbeitsdruck vor allem wegen Personalmangels ist enorm. Die Bezahlung gleicht diese Belastung längst nicht aus. Im Gegenteil, oft sorgt der niedrige Lohn für noch mehr Stress. So fordert der Berufsverband für Pflegeberufe eine "Neubewertung des Pflegeberufes" und damit eine "Neuausrichtung des Gesundheitswesens".

Pflegerin des Jahres hat Malaria-, Tuberkulose- und Corona-Patienten behandelt

Sarah Hupperich wurde von einer Fachjury unter 3.000 Kandidatinnen und Kandidaten zur „Pflegerin des Jahres 2020“ gewählt. Die 27-Jährige arbeitet als Intensiv-Krankenschwester auf der Lungenstation des Krankenhauses Köln-Merheim. Hier betreut sie zahlreiche Covid-19-Patientinnen und Patienten.

Vorher kümmerte sie sich mit der Hilfsorganisation Cap Anamur um an Malaria und Tuberkulose erkrankte Kinder in Sierra Leone. Hupperich wurde dort vor allem wegen ihrer ruhigen, professionellen und liebevollen Art trotz großer Belastung sehr geschätzt. Für diesen Einsatz wurde sie nun zur „Pflegerin des Jahres“ gekürt. "Ich hoffe für die Zukunft, dass die Wertschätzung in der Corona-Zeit nicht einmalig ist, sondern dass man der Pflege generell mehr Wertschätzung entgegenbringt - auch langfristig gesehen", sagt Hupperich im RTL-Interview.

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