Um Kinder vor dem Hitzetod zu bewahren

Italien macht Warnsystem für Kindersitze zur Pflicht

© Getty Images, mikkelwilliam

8. November 2019 - 20:53 Uhr

Vater kämpfte jahrelang für das Gesetz

Andrea Albanese hat jahrelang dafür gekämpft. Nun ist in Italien ein Gesetz in Kraft getreten, das Eltern davor bewahren soll, ihre Kinder im heißen Auto zu vergessen. Der Italiener ließ 2013 versehentlich seinen zwei Jahre alten Sohn im Auto sitzen. Das Kind starb. Um andere Eltern vor so einem tragischen Fehler zu bewahren, kämpfte Andrea Albanese dafür, ein spezielles Warnsystem für Kindersitze zur Pflicht zu machen.

Kindersitz löst digitalen Alarm aus

Alle Kindersitze für Kinder bis vier Jahre müssen ab sofort mit einem speziellen Sicherheitssystem ausgerüstet sein. Wird ein Kind versehentlich im Auto vergessen, löst das Gerät Alarm aus und schickt eine Benachrichtigung auf das Smartphone der Eltern. So wollen die Behörden verhindern, dass Kinder an heißen Tagen im Auto vergessen werden und an einem Hitzschlag sterben.

An heißen Tagen können Autos in der prallen Sonne schnell zur tödlichen Falle werden. Wie schnell sich das innere eines Wagens aufheizt, zeigen wir hier.

Wer ohne System erwischt wird, muss zahlen

So ein Sicherungssystem für einen Kindersitz kostet etwa 50 Euro. In Italien beheimatete Autofahrer können mit einer Subvention von 30 Euro rechnen, teilte das Verkehrsministerium mit. Wer sich nicht an die neue Regel hält und mit einem Kindersitz ohne das Warnsystem erwischt wird, riskiert eine Strafe zwischen 81 und 326 Euro. "Wir sind das erste Land Europas und möglicherweise der Welt mit einem solchen Gesetz", lobte Albanese. Italien sei nun ein Vorbild.

Übrigens: Touristen sind von der Regelung ausgenommen. Wer also aus Deutschland mit dem Auto nach Italien in den Urlaub fährt, darf das auch weiterhin ohne Warnsystem für den Kindersitz tun.