Zum dritten Mal seit dem Jahr 2000: Süd- und Nordkorea haben sich auf ein Gipfeltreffen geeinigt

6. März 2018 - 14:28 Uhr

Nächster Schritt nach den Olympischen Spielen in Südkorea

Schon im Vorfeld der Olympischen Spiele in Pyeongchang hatte sich das neue politische Tauwetter angekündigt. Jetzt haben sich Süd- und Nordkorea auf ein Gipfeltreffen geeinigt. Das Treffen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un soll Ende April stattfinden, teilte Südkoreas nationaler Sicherheitsberater nach einem zweitägigen Besuch in Pjöngjang mit. Es wird das dritte gesamtkoreanische Spitzentreffen seit dem Jahr 2000 sein.

Nordkorea verspricht, keine Atomwaffen auf den Süden zu richten

20.02.2018, Südkorea, Gangneung, Olympia, Eishockey, Damen, Platzierungsrunde 5-8, Spiel um Platz 7: Schweden - Vereintes Olympiateam Korea im Gangneung Hockey-Zentrum. Die koreanischen Spielerinnen stehen nach dem Spiel auf dem Eis. Foto: Frank Fran
Das vereinte koreanische Frauen-Eishockey-Team begeisterte ganz Korea, auch wenn der sportliche Erfolg ausblieb.
© dpa, Frank Franklin Ii, KS fgj

Bei den Olympischen Spielen in Südkorea trat als Geste des guten Willens eine gemeinsame koreanische Eishockeymannschaft an, die von beiden koreanischen Völkern frenetisch angefeuert wurde.

Kim wolle laut der nordkoreanischen Agentur KCNA eine neue Geschichte der nationalen Wiedervereinigung schreiben. Nordkorea sicherte laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zu, keine Atomwaffen Richtung Südkorea einzusetzen. Das Treffen soll in der Grenzstadt Panmunjom stattfinden. Für seinen Verzicht, Atomraketen auf den südlichen Teil des Landes zur richten, verspricht sich Kim Jong-un wohl Unterstützung für die notleidende Bevölkerung im Norden.

Erstes Treffen seit Kim Jong-uns Machtübernahme

Die Spannungen in der Region hatten sich 2017 deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Nordkorea kann nach eigenen Angaben jetzt das gesamte US-Festland mit Atomsprengköpfen angreifen. Die nordkoreanische Seite habe bei den Gesprächen in Pjöngjang betont, dass es keinen Grund habe, Atomwaffen zu besitzen, wenn es eine Sicherheitsgarantie habe, hieß es. Nordkorea habe außerdem seine Bereitschaft zum Dialog mit den USA geäußert. Sollten Gespräche mit Washington stattfinden, wolle Nordkorea seine Atom- und Raketentests einfrieren.

Kim Jong-un hatte die südkoreanischen Abgesandten nach deren Ankunft am Montag getroffen und für sie ein Abendessen gegeben. Es war das erste Mal seit seiner Machtübernahme Ende 2011, dass der Diktator hochrangige Vertreter Südkoreas traf.