Mit Millardenhilfen gegen Corona-Folgen

China erstmals ohne Wachstumsprognose

22. Mai 2020 - 14:26 Uhr

Chinesischer Volkskongress startet mit rund 3.000 Abgeordneten

Im größten Parlament der Welt präsentiert der chinesische Regierungschef Li Keqiang seinen Plan zur Rettung des Landes. Alle Abgeordneten tragen einen Mund-Nasenschutz. Doch unter welchen Voraussetzungen kann so eine Sitzung funktionieren?

"Dieser Volkskongress soll auch demonstrieren, dass er eine logistische Meisterleistung ist. 3.000 Delegierte sind aus allen Landesteilen nach Peking gereist. Sie mussten vor ihrer Reise einen negativen Corona-Test nachweisen und auch nochmal in Peking, um dann eben die große Halle des Volkes - also den Sitz des chinesischen Parlaments - betreten zu dürfen" berichtet die China-Expertin und langjährige RTL-Peking-Korrespondentin Pia Schrörs. Im Video sehen Sie, wie Pia Schrörs die aktuelle Situation zum Ausbruch des Coronavirus in der Volksrepublik einschätzt.

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Millardenhilfen und Neuverschuldung gegen Corona-Folgen

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt leidet wegen des Coronavirus. Mit Millardenhilfen und Neuverschuldungen will der Regierungschef den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie entgegenwirken. Vorgesehen sind zusätzliche Ausgabe von Staatsanleihen im Wert von einer Billion Yuan. Das entspricht etwa 128 Millarden Euro. Sie sollen der Wirtschaft zu neuem Aufschwung verhelfen. "Dies sind außergewöhnliche Maßnahmen für ungewöhnliche Zeiten", erklärt Li Keqiang die neue Hilfen.

Kein Ziel für Wachstumsprognose vorgestellt

Erstmals seit Jahrzehnten wurde kein Ziel für eine Wachstumsprognose präsentiert. Im ersten Quartal war die Wirtschaft um 6,8 Prozent eingebrochen, nachdem sie im Vorjahr mit 6,1 Prozent gewachsen war. Wegen der geringeren Einnahmen und der steigenden Ausgaben wird die Staatsverschuldung über den kritischen Wert von 3 Prozent der Wirtschaftsleistung ansteigen. 

Trotzdem ist sich Li sicher, dass das Land den Herausforderungen gewachsen sei. China habe eine "starke wirtschaftliche Grundlage" und ein "enormes Marktpotenzial und Hunderte Millionen intelligenter und fleißiger Menschen", erklärt der Regierungschef.

Beziehung zwischen China und USA weiter angespannt

Li sicherte zudem zu, das Handelsabkommen mit den USA einzuhalten. Erst im Januar hatten China und die USA ein vorläufiges Abkommen unterschrieben. Demnach sollen sich die beiden Staaten nicht weiter mit zusätzlichen Strafzöllen überziehen. China hat sich auch verpflichtet,  seine Einfuhren aus den USA deutlich zu erhöhen. Die Beziehung zwischen China und den USA ist allerdings weiter angespannt. US-Präsident Trump wirft China vor, für den Ausbruch des Coronavirus verantwortlich zu sein. Erst kürzlich drohte er mit einem Abbruch der Beziehungen.

TV NOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

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