Weil er zuhause kein Internet hat

Italienischer Schüler (12) fährt kilometerweit zum Lernen unter einem Baum

16. April 2020 - 11:48 Uhr

Pauken, wo andere Urlaub machen

Ein schattiges Plätzchen unter einem Baum – mit Blick auf Weinberge und Olivenhaine: Um diese Aussicht würden den zwölfjährigen Giulio Giovanni viele Menschen beneiden. Aber der Schüler macht keinen Urlaub in der Toskana, sondern muss von seiner Mutter jeden Tag an diesen Ort nahe der kleinen Stadt Scansano gebracht werden - weil er zuhause wegen einer Störung kein Internet hat. Unser Video zeigt, wie Giulio den Schulalltag unter diesen besonderen Umständen meistert.

Italiens Schüler lernen in der Corona-Krise online

Am liebsten würde der Zwölfjährige von zuhause am Online-Unterricht teilnehmen. So, wie es seine Mitschüler wegen der Coronavirus-Ausgangssperre in Italien tun müssen. Aber die Leitung ist schon seit Monaten kaputt und das nächste Internet-Signal satte anderthalb Kilometer entfernt.

Nicht die schlechteste Alternative, unter der Sonne der Toskana zu pauken, könnte man meinen. Aber der Aufwand, den Giulio dafür betreiben muss, ist beachtlich. "An Unterrichtstagen packe einen Tisch, einen Hocker, mein Tablet und alle Bücher, die ich brauche, ein. Und dann fahren meine Mutter und ich mit dem Auto hierher", erzählt der Schüler.

Giulios Mutter will gegen Telefongesellschaft vorgehen

Seine Mutter will rechtliche Schritte gegen die Telefongesellschaft einleiten, weil die so lange braucht, um die Leitung zu reparieren. Bis das endlich geschehen ist, lernt Giulio weiterhin inmitten unberührter Landschaft unter einem Baum – im vielleicht ungewöhnlichsten Klassenzimmer der Welt.