Zugunglück in Polen: Alle Opfer identifiziert

16. Februar 2016 - 11:34 Uhr

Alle 16 Opfer des tödlichen Zugunglücks in Südpolen sind identifiziert. Dies teilten die Ermittler mit. Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Züge am Samstagabend starben demzufolge elf Männer und fünf Frauen. Als letztes Opfer wurde der Fahrer eines der Unfallzüge identifiziert. Das älteste Opfer war 55 Jahre alt, das jüngste 25. Vierzig Verletzte sind noch im Krankenhaus.

Gegen einen der Fahrdienstleiter will die Staatsanwaltschaft Anklage erheben. Man habe genug Beweise für eine Anklage, sagte Staatsanwalt Tomasz Ozimek. Das wichtigste Material stamme von den Gesprächsaufzeichungen. Der zweite Fahrdienstleiter hatte einen Schock erlitten und wird weiter in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Dem Mann wird vorgeworfen, den Interregio in Richtung Krakau irrtümlich auf das falsche Gleis gelassen zu haben.

'TVN 24' hatte berichtet, der Mann habe versucht, Aufzeichnungen über den Unfallhergang zu fälschen, um Fehler zu vertuschen. Die Staatsanwälte bestätigten den Verdacht, nannten aber keine weiteren Details. Der Zugverkehr nahe der Stadt Zawiercie im Süden des Landes soll bis Donnerstag wieder in beiden Richtungen normal laufen.