Tote und Verletzte bei Unglück in Tschechien

Zwei Züge stoßen im Erzgebirge frontal zusammen

08. Juli 2020 - 11:15 Uhr

Eins der Todesopfer soll deutsche Staatsbürgerschaft haben

Beim Frontalzusammenstoß zweier Personenzüge auf einer Strecke durch das Erzgebirge zwischen Tschechien und Deutschland hat es Tote und Verletzte gegeben. Zwei Menschen seien ums Leben gekommen, sagte der Sprecher des Rettungsdienstes in Karlsbad (Karlovy Vary), Radek Hes. 9 Menschen seien schwer und 13 leicht verletzt worden, darunter sowohl tschechische als auch deutsche Staatsbürger. Der tschechische Verkehrsminister bestätigte dem Sender MDR sogar über 30 Verletzte. Eines der Todesopfer habe die deutsche Staatsbürgerschaft, das andere die tschechische, sagte eine Sprecherin der Polizei in Karlsbad. Die Unglücksstelle in einem Waldstück zwischen den Gemeinden Pernink und Nove Hamry im Westen Tschechiens war für die Rettungskräfte nur schwer zugänglich.

Züge sollten sich eigentlich im Bahnhof kreuzen

Der eine Zug war auf der eingleisigen Strecke unterwegs vom westböhmischen Bäderort Karlsbad ins sächsische Johanngeorgenstadt, der andere in umgekehrter Richtung. Die kurvenreiche und hügelige Trasse führt über den Erzgebirgskamm. Betrieben wird dieser Teil der Trasse von der staatlichen tschechischen Eisenbahn (CD).

Die Polizei nahm einen der beiden Lokführer fest. Der Verdacht laute auf fahrlässige Gefährdung der Allgemeinheit, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Er soll zu früh losgefahren sein. Die beiden Züge sollten sich eigentlich erst im nächsten Bahnhof kreuzen.

Mehrere Rettungshubschrauber waren im Einsatz, darunter auch einer aus dem benachbarten Sachsen. Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Feuerwehr musste die Verletzten wegen des unzugänglichen Geländes über die Gleise zu Fuß in den nächsten Bahnhof tragen. Die Krankenhäuser der Region wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

 200707 Zug Schweres Zugunglück am Dienstag gegen 16 Uhr ca. 20 Kilometer hinter der deutschen Grenze bei Pernink. Kurz nach dem Bahnhof Pernink in Fahrtrichtung Karlsbad stießen bei hoher Geschwindigkeit zwei Regionalbahnen zusammen. Großalarm wurde
200707 Zug Schweres Zugunglück am Dienstag gegen 16 Uhr ca. 20 Kilometer hinter der deutschen Grenze bei Pernink. Kurz
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Rettungskräfte suchen im Wald nach Verletzten

Auf Fotos war zu sehen, dass die beiden Fahrerbereiche komplett demoliert waren. Im umliegenden Wald wurde nach Verletzten gesucht, die möglicherweise unter Schock weggerannt waren. Der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek sowie der Direktor der Eisenbahnverwaltung, Jiri Svoboda, eilten am Abend an den Unglücksort.


Quelle: DPA, RTL.de