Nach dem Sieg in Silverstone

Zündstoff-Aussage: Teile der Ferrari-Crew plante Boykott gegen Carlos Sainz

 Formula 1 2022: Austrian GP RED BULL RING, AUSTRIA - JULY 07: Carlos Sainz, Ferrari during the Austrian GP at Red Bull Ring on Thursday July 07, 2022 in Spielberg, Austria. Photo by Mark Sutton / Sutton Images Images PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxO
Carlos Sainz triumphierte beim Rennen in Silverstone.
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Trotz des ersten Rennsieges von Carlos Sainz in der Formel 1 herrschte nach dem Großen Preis von Großbritannien dicke Luft bei der Scuderia Ferrari. Denn: Aufgrund eines Strategiefehlers schmiss man einen möglichen Doppelsieg weg, ein Teil der Mitarbeiter soll darüber derart erbost gewesen sein, dass sie gar einen Boykott in Erwägung zogen.

"Das gemeinsame Interesse muss sein, auf den Sieg zu fahren"

Wollten Teile der Ferrari-Mechaniker der Siegerehrung ihres Piloten Carlos Sainz beim Rennen in Silverstone aus Protest fernbleiben? Das jedenfalls behauptet der ehemalige Pressesprecher der Italiener in einem Beitrag beim Portal "formulapassion.it".

Alberto Antonini verweist dabei auf eine gut informierte Quelle und schreibt: "Mir wurde - und ich vertraue der Quelle - eine unerfreuliche Episode erzählt, die sich unmittelbar nach dem Rennen in der Siegergarage abgespielt hat. Ein Teil der Ferrari-Belegschaft soll sich zumindest zunächst geweigert haben, der Siegerehrung beizuwohnen, bei der die üblichen Fotos gemacht werden."

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Eine Aussage, die durchaus Zündstoff-Charakter birgt. "Wenn das wahr ich, wie ich befürchte, ist das kein gutes Zeichen", so der Ex-Mitarbeiter. "Ein bisschen gesunde Rivalität in der Box ist in Ordnung, jeder Mechaniker und jeder Techniker muss 'seinen' Fahrer anfeuern. Aber das gemeinsame Interesse muss sein, auf den Sieg zu fahren."

Fragwürdige Entscheidung bringt Leclerc um den Sieg

Scheinbar sind Leclercs Mechaniker mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem der Frust zu groß geworden ist. In Spanien und Aserbaidschan streikte der Antrieb, in Monaco und Silverstone verbauten Fehler des Teams den Weg zum Erfolg - und in Montreal musste der Titelkandidat wegen eines Motor-Wechsels vom Ende des Feldes starten.

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Durch Ferraris fragwürdige Entscheidung in Großbritannien verbaute man dem schnelleren der zwei Piloten letztlich den Rennsieg, sodass der Vorsprung von WM-Konkurrent Max Verstappen auf Charles Leclerc weiter groß ist. Als gegen Ende des Rennens das Safety-Car kam, ließ Ferrari den Führenden Leclerc auf harten Reifen draußen und stoppte Carlos Sainz, um auf die weiche Mischung zu wechseln - eine Strategie, die von fast allen anderen Fahrern im Feld geteilt wurde.

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Ferrari-Teamchef Mattia Binotto begründete nach dem Rennen, dass das Team seine Autos nicht direkt nacheinander an die Box holen wollte und Leclerc deshalb draußen ließ, da er auf der Strecke eine bessere Position und zudem jüngere Reifen als Sainz hatte. Leclerc wurde beim Restart jedoch durchgereicht und wurde nur Vierter. Der lachende Gewinner war ausgerechnet sein Teamkollege Carlos Sainz. (tno mit sport.de)