Staatsanwaltschaft ermittelt

Schülerin (†13) stirbt auf Klassenfahrt in London - Eltern erheben schwere Vorwürfe gegen Lehrer

Während einer Klassenfahrt in London starb eine 13-Jährige aus Mönchengladbach.
Während einer Klassenfahrt in London starb eine 13-Jährige aus Mönchengladbach.
© picture alliance / robertharding, Antonio Busiello

06. September 2019 - 11:48 Uhr

Verdacht der fahrlässigen Tötung

Eine 13-Jährige aus Mönchengladbach fährt auf Klassenfahrt nach London. Dort verschlechtert sich der Gesundheitszustand der zuckerkranken Schülerin rapide. Kurz darauf stirbt sie. Ihre Eltern und Klassenkameraden erheben schwere Vorwürfe gegen die Lehrer, der Vater schaltet einen Anwalt ein. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Kinder sollen keinen Lehrer gefunden haben

"Die Eltern machen den Lehrern erhebliche Vorwürfe, die Schule war im Vorfeld über die Erkrankung schriftlich informiert, es war aber auch allgemein bekannt", teilt der vom Vater eingeschaltete Anwalt Klaus Voßmeyer auf RTL-Anfrage mit. Den Aussagen der Schüler zufolge hatte sich die 13-Jährige bereits am Ankunftstag am 27. Juni nach dem Essen mehrfach übergeben. Die Kinder hätten an diesem Tag jedoch keinen Lehrer mehr gefunden, den sie über den Zustand des Mädchens informieren konnten. Als es sich ständig weiter übergab, halfen ihm die Kinder zur Toilette und stellten schließlich einen Eimer hin, während die Mitschülerin immer schwächer wurde, wie Voßmeyer sagte.

Am nächsten Morgen seien dann mehrere Kinder zu den Lehrern gegangen und hätten die Lage geschildert. Niemand habe nach dem Mädchen geschaut. "Die Kinder haben sich bemüht, selber damit fertig zu werden", so Voßmeyer. Sie sollten in Absprache mit einer Lehrerin auf die 13-Jährige aufpassen. Erst am Vormittag des nächsten Tages soll dann eine Lehrerin bei der kranken Schülerin erschienen sein - weil die Abreise bevorstand. Da sei das Mädchen so schwach gewesen, dass es sich nicht mehr selbst aufrichten konnte, sagte Voßmeyer. Erst dann sei ein Rettungswagen bestellt worden. Das Mädchen starb am 30. Juni um 14.00 Uhr im Krankenhaus, das Ergebnis des Obduktionsberichts liegt dem Anwalt noch nicht vor. Der Vater des Mädchens erstattete nach Angaben der Staatsanwaltschaft am 23. August Anzeige. "Bild.de" hatte zuerst über den Fall berichtet.

"Nach dem bisherigen Ermittlungsstand mangelte es lediglich an der Insulingabe"

"Das Untersuchungsergebnis wird in Kürze erwartet", so Voßmeyer im RTL-Interview. "Nach dem bisherigen Ermittlungsstand mangelte es lediglich an der erforderlichen Insulingabe, wozu das Opfer selbst nicht mehr als hilflose Person in der Lage war. Der Tod hätte also verhindert werden können."

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt, ob sich Lehrer und andere Aufsichtspersonen zu spät um die Schülerin gekümmert haben.