Zuckerbergs emotionaler Appell an Trump: "USA sind Nation von Einwanderern - wir sollten stolz darauf sein"

Zuckerberg gehört wie Trump laut Forbes zu einem der zehn mächtigsten Männern der Welt.
Zuckerberg gehört wie Trump laut Forbes zu einem der zehn mächtigsten Männern der Welt.
© REUTERS, Carlos Garcia Rawlins

01. Februar 2017 - 17:35 Uhr

Donald Trump erfüllt weiter im Eiltempo Wahlversprechen. Nun hat er Einreisebeschränkungen angeordnet und sperrt damit massenweise Ausländer aus den USA aus. Facebook-Chef Mark Zuckerberg fordert Trump in einem emotionalen Post auf, seine radikale Politik zu überdenken.

"Meine Urgroßeltern kamen aus Deutschland, Österreich und Polen", beginnt Zuckerberg. "Priscillas (Zuckerbergs Ehefrau) Eltern waren Flüchtlinge aus China und Vietnam. Die Vereinigten Staaten sind eine Nation von Einwanderern und wir sollten stolz darauf sein." Wie viele andere sei auch er "besorgt über die Auswirkungen der Exekutiv-Dekrete, die Donald Trump kürzlich erlassen hat". Der Facebook-Chef meint die Dekrete, wonach Trump eine Mauer an der mexikanischen Grenze errichten will und Flüchtlinge aus den USA ausperrt. Ziel sei es, "radikale islamische Terroristen" aus dem Land fernzuhalten". Auch dieses Argument greift Zuckerberg in seinem Post auf.

"Wir müssen sicherstellen, dass dieses Land sicher ist, aber wir sollten das tun, indem wir uns auf diejenigen konzentrieren, die tatsächlich eine Bedrohung sind." Wenn darüber hinaus auch andere von der Strafverfolgung kontrolliert würden, "würden alle Amerikaner weniger sicher sein, weil Ressourcen verschwendet werden würden", so Zuckerberg. "Gleichzeitig würden Millionen von Leuten ohne Papiere, die keine Bedrohung darstellen, in Angst vor Deportationen leben."

In den USA leben schätzungsweise 11 Millionen Menschen, die illegal in die USA eingewandert sind, davon ein Großteil aus Mexiko. Der US-Präsident sagte, er wolle illegale Einwanderer zurückschicken. Eine radikale Haltung, die auch viele Flüchtlinge trifft. "Wir sollten unsere Türen offen halten für Flüchtlinge und jene, die Hilfe brauchen", schreibt Zuckerberg. "Das ist es, wer wir sind. Hätten wir vor einigen Jahrzehnten Flüchtlinge abgewisen, wäre Pricillas Familie heute nicht hier."

"Aus dieser Welt einen besseren Ort für alle machen"

Er appellierte zudem an Trump, nicht an dem DACA Programm (Deferred Action for Childhood Arrivals) zu rühren. Dieses von Ex-US-Präsident Barack Obama 2012 initiierte Programm schützt unbegleitete Minderjährige, die sich seit 2007 ununterbrochen in den USA aufgehalten haben, zeitlich begrenzt vor Abschiebungen. Außerdem stellt das Programm sicher, dass sie einen Sozialversicherungsausweis erhalten und somit legal in den USA arbeiten können. Aktuell profitierten 750.000 Menschen von diesem Programm, so Zuckerberg. Er hoffe, dass Trump und sein Team diesen Schutz auch in Zukunft aufrecht erhalten.

Zuckerberg sei froh, dass Trump auch weiterhin von "talentieren Menschen profitieren möchte, die in unser Land kommen". Das Thema sei ihm über seine Familie hinaus ein sehr persönliches Anliegen. Der Facebook-Gründer habe vor einigen Jahren eine Klasse unterrichtet "und einige meiner besten Schüler hatten keine Papiere", schreibt er. "Auch sie sind unsere Zukunft. Wir sind eine Nation von Einwanderern und wir alle profitieren, wenn die besten und klügsten aus der ganzen Welt hier leben, arbeiten und etwas beitragen können." Zuckerberg schließt seinen Appell mit emotionalen Worten. "Ich hoffe, dass wir den Mut und das Mitgefühl aufbringen, um die Menschen zu vereinen und aus dieser Welt einen besseren Ort für alle zu machen."