Zubringer mit Star-Appeal: Helikopter als Verkehrsmittel

27. Januar 2020 - 11:50 Uhr

Die Ursachensuche für das Hubschrauberunglück, das bei Los Angeles neben Basketballstar Kobe Bryant acht weitere Menschen das Leben kostete, steht erst am Anfang.

Bekannt ist bisher, dass der Helikopter vom Typ Sikorsky S-76 bei nebligem Wetter in hügeligem Gelände unterwegs war, bevor er den Boden berührte und in Flammen aufging. Der "Los Angeles Times" zufolge hatten die städtische Polizei ihre Hubschrauber bewusst am Boden gelassen, weil das Wetter zu schlecht für Flüge nach Sichtflugregeln (VFR) war.

Allerdings können Helikopter auch bei schlechter Sicht fliegen - vorausgesetzt, die Maschine ist technisch für solche Flüge nach Instrumentenflugregeln (IFR) ausgerüstet und der Pilot entsprechend ausgebildet. "Das ist durchaus möglich, aber anspruchsvoll", sagt die erfahrene Helikopterpilotin Sybille Quandt. Die Unglücksmaschine war mit neun Personen an Bord unterwegs vom kalifornischen John Wayne International Airport zur Mamba Sport-Akademie.

Eine Triebwerkspanne gilt in diesem frühen Stadium der Untersuchung noch nicht als ausgeschlossen. Allerdings verfügt die Sikorsky S-76 über zwei Triebwerke. Zudem stürzen Helikopter nicht wie ein Stein zu Boden, sondern werden durch die sogenannte Autorotation der sich drehenden Rotorblätter abgefangen, bevor sie den Grund berühren.

Der bis zu 287 Stundenkilometer schnelle Helikoptertyp mit Einziehfahrwerk wurde 1979 in den Dienst gestellt und gilt als zuverlässig. Anhand der Registrierung fand das Flugsicherheitsnetzwerk Aviation Safety Network (ASN) heraus, dass die 1991 gebaute Unglücksmaschine bis zu ihrem Verkauf 2015 für den Bundesstaat Illinois im Einsatz war. Entsprechende mittelschwere Hubschrauber werden gerne für Flüge zu Bohrinseln, medizinische Notfalleinsätze oder auch VIP-Transporte eingesetzt. Für diesen Zweck hat die Maschine eine geräumige Kabine mit Lederbestuhlung, die der in einer Business-Klasse der Airlines entspricht. Die Passagiere sitzen sich dabei meist gegenüber.

Entsprechende VIP-Hubschrauber werden gerne von Stars, Managern oder Politikern als Zubringer genutzt, um unabhängig von Verkehrsstaus auf dem Boden schnell von einem Ort zum anderen zu gelangen. An der französischen Côte d'Azur etwa werden Helikopter oft für Zubringerflüge vom Flughafen Nizza nach Monaco genutzt. Der Betrieb von Helikoptern ist jedoch nicht preiswert - eine Flugstunde kann für den Betreiber der Maschine je nach der Häufigkeit des Einsatzes schnell mit bis zu 2500 Euro zu Buche schlagen. Als Alternative zu den vergleichsweise teuren Helikopterflügen wird heute weltweit an sogenannten Flugtaxis getüftelt, die auch ohne Pilot fliegen können.

Quelle: DPA