Zu wenig Bier getrunken

Kleinstadt Vellmar streitet sich mit Brauerei um 260.000 Euro

04. März 2021 - 17:57 Uhr

Schulden wegen zu geringem Bierkonsum

Diese Meldung liest sich so absurd, dass man sie eigentlich kaum glauben kann. Die Einwohner der Kleinstadt Vellmar bei Kassel liegen im Clinch mit der Binding-Brauerei. Und warum? Weil hier in den vergangenen Jahren zu wenig Bier getrunken wurde. Das Unternehmen fordert nun satte 260.000 Euro Schadensersatz. Wie es zu diesem kuriosen Rechtsstreit gekommen ist, sehen Sie im Video.

Wie kommt es zu dieser Geldforderung?

Schuld an der Misere sind alte Schankverträge aus den 70er und 80er Jahren. Zu der Zeit haben in Vellmar noch deutlich mehr Veranstaltungen stattgefunden und auch der Bierkonsum war um einiges höher. Leider schreiben besagte Verträge auch einen Mindestabsatz vor. Und so konnten die Vellmarer die umgerechnet rund 43.000 Kisten Bier jährlich nicht wegtrinken. Deswegen klagt die Radeberger-Gruppe, zu der die Binding-Brauerei heute gehört.

Auch der Vellmarer Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) ist ratlos. Die eigenen Bürger zum verstärkten Biertrinken überzeugen, entspricht schließlich nicht unbedingt jedermanns Moralvorstellungen. Im Gespräch mit RTL sagt er: "Es ist nicht so einfach zu sagen: Wir machen jetzt nach Corona ein großes Fest, wo wir uns alle in die Arme nehmen und sage: Wir trinken jetzt ganz viel Radeberger – das wird so leider nicht gehen."

Die Stadt hat mit der Brauerei schon einen Vergleich für die Bier-Abnahme des Bürgerhauses geschlossen und zahlt 42.000 Euro. Über weitere 200.000 Euro muss noch verhandelt werden. Es bleibt also spannend im Bierstreit.

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