Zu viel zu tun: Jugendamt in Berlin sendet dramatischen Hilferuf

29. Juni 2018 - 15:10 Uhr

"Kinderschutz braucht Zeit und Geld"

Weil sie in Arbeit ersticken, sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Jugendamts in Berlin am Freitag auf die Straße gegangen. Die Botschaften auf ihren Bannern: "SOS!" und "Kinderschutz braucht Zeit und Geld". Sie fordern eine Obergrenze für Fälle, die sie betreuen, sowie bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld.

Papierkram statt Familienhilfe im Berliner Jugendamt?

Eigentlich sollen sie Familienhilfe leisten und hilfsbedürftige Kinder schützen, doch die Realität sieht aktuell oft anders aus. Inzwischen besteht die Arbeit der Jugendarbeitsmitarbeiter zu 80% aus Verwaltungsarbeit - dabei wäre es so wichtig, mehr Zeit in den Familien zu verbringen.

"Wir können nicht entscheiden anhand der Akten, ob ein Kind aus einer Familie rausgenommen wird oder nicht. Da müssen wir intensiv mit den Familien arbeiten und das geht nicht", sagt Jugendamtsmitarbeiterin Katrin Laaß. Auch ihre Kolleginnen klagen über zu hohe Arbeitsbelastungen: Vor 25 Jahren hätten sie 35 Familien intensiv betreut, inzwischen seien es über 100. Zu viel – sagen die Mitarbeiterinnen und fordern deshalb eine Obergrenze von 65 Fällen.

Der Berliner Senat wollte sich auf RTL-Anfrage bislang nicht äußern.