Wegen trockenem Winter

Niedrigwasser könnte Problem für Weser und Edersee werden

Nebel ist über dem Fluss Weser zu sehen. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild
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14. Januar 2021 - 11:14 Uhr

Fehlender Regen wird zum Problem

Der relativ trockene Winter bringt die Schifffahrt auf der Oberweser in eine Ausnahmesituation. Wegen Niedrigwassers muss der Fluss bereits im Januar mit Wasser aus dem nordhessischen Edersee gestützt werden. Das sei für diese Jahreszeit ungewöhnlich, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes im niedersächsischen Hannoversch Münden der deutschen Presse-Agentur. Das Problem: Auch der Edersee ist vergleichsweise leer. Ohne starke Niederschläge könnte sich der Konflikt um das Wasser des Stausees zuspitzen.

Edersee nur zu 35 Prozent gefüllt

Angesichts fehlender Niederschläge bekommt die Oberweser momentan eine erhöhte Wassermenge aus dem nordhessischen Edersee. Doch das Wasser ist ein Politikum. Es ist zum einen für den Tourismus und Wassersport der nordhessischen Ferienregion wichtig. Zum anderen soll es aber auch über Eder und Fulda in die Oberweser fließen. Dort gibt es Fähren, Schiffstransporte und eine touristische Schifffahrt. Doch der Edersee braucht selbst noch viel Wasser: Er war zuletzt nur zu 35 Prozent gefüllt. Das entsprach rund 70 Millionen Kubikmeter Wasser. Laut dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt war es vor einem Jahr die doppelte Menge.

"Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Seit Jahren wird darum gerungen, wie viel Wasser zu welchem Zeitpunkt durch die Staumauer in Hessen in die Weser nach Niedersachsen fließt. Der gewohnte Ablauf: Im Winter füllt sich der See. Im Sommer wird das Wasser dann nach und nach abgegeben. Die aktuelle Strategie ist, möglichst lange Wasser im Edersee zu halten. Für die Weser werden dabei niedrigere Pegelstände von 1,15 Metern in Kauf genommen.

Die Auswirkungen auf den Fährbetrieb sind unübersichtlich - auch, weil viele in der Winterpause sind. "Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass viel Fährbetrieb möglich ist", erklärte Rolf-Jürgen Foellmer der deutschen Presse-Agentur. Er ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft Oberweser/Eder-Diemelsee im niedersächsischen Holzminden. Wenn der Edersee sich nicht bis zum Frühjahr fülle, werde die Situation schwierig. "Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Das Jahr 2020 war zu trocken

Laut des hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie habe es im gesamten Jahr 2020 mit 657 Millimetern rund 19 Prozent weniger Niederschlag gegeben als im langjährigen Vergleichszeitraum. Es sei in Hessen das dritte zu trockene Jahr in Folge. Ursache für Niedrigwasser war laut des Landesamts nicht nur der fehlende Regen: Durch die trockenen Vorjahre sei der Zufluss aus Bodenschichten an Gewässer geringer als üblich gewesen. "Inwieweit sich die Gewässer langfristig von der Trockenheit der vergangenen Jahre erholen werden, ist von der zukünftigen Wetterentwicklung abhängig", sagte eine Sprecherin.


Quelle: DPA / RTL.de