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Zu Tode gefoltert: Südafrikanische Polizei schleift Mann hinter Einsatzwagen her

Zu Tode gefoltert: Südafrikanische Polizei schleift Mann hinter Einsatzwagen her

Folter-Video schockiert weltweit

Entsetzen über fürchterliche Polizeigewalt in Südafrika: Polizisten in Daveyton haben einen verdächtigen Mann an ihren Wagen gefesselt und rund 500 Meter bis zum Revier mitgeschleift. Der 27 Jahre alte Taxifahrer, der einen Polizisten angegriffen und dessen Dienstwaffe entwendet haben soll, starb nach Angaben der Polizei an seinen schweren Kopfverletzungen, die ihm schließlich in der Polizeiwache zugefügt wurden. Neun Polizeibeamte wurden suspendiert.

Das von der britischen 'Daily Sun' veröffentlichte Video mit den schockierenden Bildern des brutalen Polizeivorgehens beherrscht zurzeit nationale und internationale Medien. Die örtlichen Taxifahrer sind entsetzt, Joseph Skhosana, selbst Lenker eines Taxis, sagte: "Die Polizisten sind eine Schande für Südafrika. Ihr Handeln erinnert mich an Apartheid-Brutalität." Das Opfer kam aus Mosambik, es wird darüber gerätselt, ob die brutale Misshandlung einen fremdenfeindlichen Hintergrund hat.

Das Opfer soll einen Polizisten angegriffen und dessen Dienstwaffe entwendet haben. Video-Aufnahmen zeigen lediglich wie das Opfer mit den Polizisten streitet und gestikuliert.

Neun Polizisten vom Dienst suspendiert

Südafrikas Polizei zog erste Konsequenzen aus der brutalen Aktion. Insgesamt neun Polizeibeamte, die an dem Vorfall beteiligt waren, wurden von ihrem Dienst suspendiert. "Das Video zeigt, dass eindeutig die Rechte des Opfers verletzt worden waren", sagte Südafrikas Polizeichefin Riah Phiyega. Südafrikas Polizei dürfe sich niemals so verhalten, wie das geschehen sei.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma verurteilte die brutale Tötung des Mannes scharf. Die Bilder seien "grauenvoll, verstörend und nicht akzeptabel", hieß es in einer Mitteilung. "Kein menschliches Wesen sollte in dieser Weise behandelt werden."

Die größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz, äußerte sich entsetzt über den Vorfall. Die Partei forderte die südafrikanische Kommission für Menschenrechte auf, die Angelegenheit zu untersuchen. Der Vorfall sei nur der letzte in einer Reihe von Aktionen, in der "ein in wachsendem Maße beunruhigendes Muster von Polizeibrutalität in Südafrika" zu erkennen sei, sagte Südafrikas 'Amnesty International'-Direktor Noel Kututwa.