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Zu lang aufs Handy gestarrt: Frau muss sich Hirn-Op unterziehen

Frau starrt auf ihr Smartphone.
Der Zeitvertreib mit dem Smartphone wurde für eine chinesische Wanderarbeiterin zum Verhängnis (Symbolbild). © kenstock

Smartphone-Daddelei wird ihr zum Verhängnis

Egal wo, egal wann, egal wie – das Smartphone ist unser ständiger Begleiter, von dem wir teilweise gar nicht mehr loskommen. So erging es auch einer 47-jährigen Frau aus China: Sie musste beinah mit ihrem Leben bezahlen, weil sie das Handy nicht aus den Händen legen konnte.

47-Jährige kommt mit Blutgerinnsel ins Krankenhaus

Eine Wanderarbeiterin aus der Provinz Henan in Zentralchina fuhr nach dem chinesischen Neujahrsfest zurück in die Stadt Guangzhou, im Süden Chinas. Die Strecke beträgt mehr als 1.400 Kilometer, mit dem Zug dauert die Fahrt 20 Stunden. Um sich die Zeit zu vertreiben, beschäftigte sie sich mit ihrem Smartphone. Erst einmal nichts Ungewöhnliches, doch das Problem: Der Zug war so überfüllt, dass sich die 47-Jährige kaum bewegen konnte und in derselben Position verharrte: auf die rechte Seite gelehnt mit dem Smartphone direkt vor der Nase.

Als sie in Guangzhou aus dem Zug stieg, fiel sie in Ohnmacht und wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht, berichtet die Zeitung 'South China Morning Post'. Dort wurde per Computertomographie festgestellt, dass sich in ihrem Gehirn Blutgerinnsel gebildet haben.

Ärzte müssen dreistündige Op durchführen

"Wir haben viele Blutgerinnsel entfernt, insgesamt fast zwei Zentimeter, was das Doppelte von dem ist, was Patienten normalerweise haben", sagte Neurologe Meng Heng von der Universitätsklinik der Jinan Universität in Guangzhou. Meng vermutet, dass die Frau zu lange in derselben Körperhaltung verharrt sei, was dann dazu geführt haben soll, dass die Blutgefäße in der rechten Seite ihres Halses zusammengedrückt wurden und sich dort Gerinnsel gebildet haben.

Das Gleiche hätte wohl auch beim Lesen eines Buches passieren können – aber zum Zeitvertreib greift der Mensch mittlerweile nun mal eher zum Smartphone als zum Buch. Und das kann zu einer richtigen Handy-Sucht werden: Dem Arzt zufolge gebe es immer mehr junge Leute, bei denen Blutgerinnsel entfernt werden müssen. Um das zu vermeiden, sollen Smartphone-User eine angenehme Körperhaltung einnehmen, in Bewegung bleiben und regelmäßig eine Bildschirmpause einlegen.

Daraus gelernt hat die 47-Jährige aus China aber offenbar nicht: Noch während sie sich von ihrer Operation erholte, soll sie schon wieder vor dem Handy gehangen haben.

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