'Zu gut für die Tonne' – Smartphone-App soll Lebensmittelabfälle eindämmen

23. Juni 2013 - 21:26 Uhr

Reste-Rezepte von 50 Spitzenköchen

Was nicht mehr ganz frisch ist, fliegt weg: Einer Studie zufolge landen in Deutschland rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich im Müll. Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, wird später weggeworfen – eine immense Verschwendung, denn ein Großteil der Abfälle wäre noch genießbar. Jetzt soll eine neue App für Internet-Handys den Verbrauchern beim Vermeiden unnötiger Lebensmittelabfälle helfen.

Eine neue App für Smartphones soll die Verbraucher mit Haltbarkeitstipps und Reste-Rezepten zu einem weniger verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln bringen. TV-Koch Christian Rach und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner haben 'Zu gut für ...
Immense Verschwendung: Jedes achte Lebensmittel das wir kaufen landet später im Müll - dabei ist der Abfall meistens noch genießbar. Bild: Archiv
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Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) stellte die App 'Zu gut für die Tonne' mit TV-Koch Christian Rach in Berlin vor. Neben Tipps zur richtigen Aufbewahrung von Nahrungsmitteln enthält sie unter anderem Reste-Rezepte von 50 Spitzenköchen und Prominenten. Ein interaktiver Einkaufszettel soll es Kunden erleichtern, passende Mengen für eine gewünschte Personenzahl zu besorgen.

Aigner warb dafür, Lebensmittelreste beim Kochen noch für die Zubereitung anderer Speisen zu verwenden. Je nach Wunsch kann der Nutzer einerseits eintippen, was er noch hat, wie etwa Blumenkohlblätter, Risottoreis oder Wurst - dann erscheinen zumeist einfache Rezepte mit diesen Zutaten. Er kann andererseits aber auch nach Rezepten oder Kochpaten auswählen. Rach sagte, mit kleinen Resten lasse sich noch vieles anfangen. So könne übrig gebliebene Tomatensoße als Pizzabelag dienen.

Jährlich 6,7 Millionen Tonnen Müll aus privaten Haushalten

Informieren soll die Smartphone-App auch über die Haltbarkeit von Lebensmitteln und die Aufbewahrung etwa in verschiedenen Kältezonen von Kühlschränken. Die Aktion ist Teil einer Initiative des Ministeriums, das Hersteller, Handel und Verbraucher dafür gewinnen will, dass weniger Lebensmittel im Müll landen. Denn der Studie zufolge kommen jährlich alleine 6,7 Millionen Tonnen Nahrungsabfälle aus privaten Haushalten. Im Schnitt wirft demnach jeder Bundesbürger 81,6 Kilogramm Lebensmittel weg.