Daten werden an Dritte weitergegeben

Sicherheitsexperten warnen: Darum sollten Sie Zoom nicht nutzen

Zoom erfreut sich seit der Corona-Krise an wachsender Beliebtheit
© iStockphoto, Sundry Photography

01. April 2020 - 15:37 Uhr

Wegen Homeoffice nutzen viele Unternehmen Dienste, die Videokonferenzen anbieten

Corona hat viele Arbeitgeber dazu veranlasst, Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Damit wichtige Meetings weiterhin stattfinden können, nutzen viele Unternehmen Dienste, die Videokonferenzen anbieten. Auch die amerikanische Firma Zoom bietet die technische Möglichkeit der Besprechung auf Distanz an. In den letzten zwei Monaten konnte das Unternehmen durch die Corona-Krise also profitieren: Die Zahlen der Anmeldungen schnellten in die Höhe, wie kein Jahr zuvor. Doch Sicherheitsexperten warnen: Von der Nutzung ist dringend abzuraten!

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Zoom übermittelt persönliche Daten an Dritte

Sicherheitsexperten haben Zoom getestet und dabei festgestellt: Zoom ist ziemlich datenschutzunfreundlich! Das Unternehmen verspricht zwar, die Privatsphäre der Nutzer zu schützen, in der Praxis konnten das Experten allerdings nicht bestätigen. Zoom gebe Nutzerdaten an diverse Dienstleister weiter, u.a. an Facebook. Daher raten IT-Profis: Wem die Privatsphäre seiner Mitarbeiter am Herzen liegt, verzichtet auf Zoom.

Aufmerksamkeit der Teilnehmer wird überwacht

Neben der Datenschutzlücke, weist Zoom wohl noch ein anderes Manko auf, was viele Nutzer nicht gerade erfreuen dürfte. Während einer Besprechung erhalten Konferenzleiter eine Benachrichtigung, wenn Teilnehmer den Chat für eine bestimmte Zeit verlassen. Diese Funktion sollten Chefs daher unbedingt ausschalten, da nur er sie separat aktivieren kann. Vereinfacht gesagt: Zoom verpetzt den kurzzeitig schwänzenden Mitarbeiter an den Chef. Und Petzen mochte man ja schon in der Schule nicht so gern.

Zoom reagierte laut Zeit.de bisher noch nicht auf Nachfragen, ob sie dieses Tool ändern möchten. Zur Weitergabe der Daten an Facebook hieß es vergangene Woche allerdings, dass man dies nun gestoppt hätte.

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