Zoo Osnabrück: "Wir stehen aktuell unter Schock"

Tierpflegerin (25) in Zoo von Löwe angegriffen

23. Februar 2021 - 11:46 Uhr

Tierpflegerin angegriffen und verletzt

Tragisches Unglück im Osnabrücker Zoo. Als eine Tierpflegerin (25) das Gehege reinigte, hat sie am Sonntagvormittag gegen 11:30 Uhr ein Löwe angegriffen und schwer verletzt. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei Osnabrück auf RTL-Anfrage. Zuvor hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" über den Vorfall berichtet. Andreas Wulftange, Zoologischer Leiter im Zoo Osnabrück, erklärt im Video, wie es der Mitarbeiterin nach dem Unfall geht.

Leiter des Osnabrücker Zoos: "Wir stehen aktuell unter Schock"

Wie die Polizei RTL sagte, liegt kein Fremdverschulden vor. Der Löwe konnte das Gehege nach dem Angriff nicht verlassen, sodass keine weiteren Menschen in Gefahr waren. Die verletzte Tierpflegerin wurde in ein Krankenhaus gebracht, hätte aber wohl "Glück im Unglück gehabt". Die Polizei sprach von einem tragischen Betriebsunfall, ermittelt werde nicht. Aufgrund der Corona-Beschränkungen ist der Zoo derzeit geschlossen.

Der Zoo teilte mit, ein Schieber zwischen Vorgehege und Außengehege, wo sich die fünf Löwen befanden, sei zum Zeitpunkt des Unglücks anscheinend offen gewesen. Als sich die Pflegerin am Vormittag in das Vorgehege begab, hätten eigentlich alle Schieber geschlossen sein müssen. Bei dem Angriff wurde die Frau am Rücken verletzt. "Sie konnte zurück in den Pflegergang gehen und sich dort in Sicherheit bringen. Sie wurde mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht", sagte der Zoologischer Leiter Wulftange.

"Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, möchten wir in Ruhe besprechen. Unsere Kollegin und auch wir stehen aktuell unter Schock und werden in den nächsten Tagen die Geschehnisse aufarbeiten und der Ursache auf den Grund gehen", so Wulftange.

Zoo Osnabrück: Erst in der vergangenen Woche Elefantenbaby eingeschläfert

Der Unglücksfall ereignete sich am Ende einer ohnehin schon tragischen Woche im Osnabrücker Zoo: Ein wenige Tage altes Elefantenbaby wurde eingeschläfert, weil es sonst verhungert wäre. Der Fall bewegte deutschlandweit viele Menschen. "Der kleine Bulle kam am vergangenen Donnerstag zur Welt, aber er wollte einfach nicht bei seiner Mutter trinken, hatte nun bereits starken Durchfall und wurde immer schwächer", sagt der zoologische Leiter Andreas Wulftange – sein ganzes RTL-Interview sehen Sie im Video.