Er lebt im angrenzenden Gehege und überlebte

Gorilla-Junge Bobóto feierte an Silvester seinen ersten Geburtstag

03. Januar 2020 - 10:56 Uhr

Bobóto feierte kurz vor dem Affenhaus-Brand Geburtstag

Am Morgen des 31. Dezember 2019 feierte Bobóto seinen 1. Geburtstag im Gorilla-Gehege. Da war noch alles gut im Krefelder Zoo. Bis es in der Silvesternacht zu dem schrecklichen Brand im Affenhaus kam. Die siebenköpfige Gorillafamilie lebt im angrenzen Gehege und ist deshalb von den Flammen verschont geblieben - darunter auch Bobóto.

Bobóto kam am 31. Dezember 2018 im Krefelder Zoo zur Welt

Bobóto kam als zweites Jungtier von Gorilla-Dame Miliki zur Welt. "Bobóto entwickelt sich prächtig, ist aufgeweckt und überaus neugierig, wie man auf den Fotos nur unschwer erkennen kann. 🥰 Happy Birthday, kleiner Mann!", schrieb der Krefelder Zoo noch am Morgen auf seiner Facebook-Seite. Er und seine Familie leben - zum Glück. Am Mittwoch hätten die Tiere noch normal gefressen, sagte eine Mitarbeiterin.

Zwei Schimpansen überlebten den Brand im Zoo mit leichten Verletzungen

Das Feuerdrama in dem Affenhaus überlebten nur zwei Schimpansen. Mehr als 30 Tiere kamen bei dem Unglück ums Leben. Die Überlebenden waren Bally und Limbo. Sie seien narkotisiert und in ein benachbartes Haus gebracht worden. Das berichtet der Zoo-Direktor, der zum Zeichen der Trauer schwarze Kleidung trug.

Um eine Silvester-Tragödie zu vermeiden, hatte der Krefelder Zoo bereits am 30. Dezember auf seiner Facebook-Seite dazu aufgerufen, lieber zu spenden statt zu böllern. Nach Angaben der Polizei könnte eine Himmelslaterne der Auslöser für den Brand gewesen sein. Sie ermittelt derzeit wegen fahrlässiger Brandstiftung. Mögliche Verursacher des Brandes hatten sich wenige Stunden nach der Feuerkatastrophe bei der Polizei gemeldet.

Zoo Krefeld: "Unsere Mitarbeiter stehen unter Schock"

 Inferno im Krefelder Zoo am 01.01.2020 in Krefeld Inferno im Krefelder Zoo. Das Affenhaus ist in der Silvesternacht vollständig niedergebrannt. Alle Tiere sind tot. Eine Katastrophe für den Tierpark. Das Affenhaus aber brannte bis auf die Grundmauer
Blumen, Kerzen und Stofftiere legten viele Besucher vor den Eingang des Krefelder Zoos.
© imago images/Revierfoto, Revierfoto via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Blumen, Kerzen und Fotos von den toten Affen legten die Menschen vor dem Eingang des Krefelder Zoos. Dazu platzierten Zoofreunde Schilder mit Aufschriften wie "Warum" oder "Gestorben für euer Silvestervergnügen". Die Fahnen des Zoos hingen auf halbmast. Auch Notfallseelsorger waren vor Ort. Am Neujahrstag und Donnerstag blieb der Tierpark wegen des Unglücks geschlossen: "Unsere Mitarbeiter stehen unter Schock", erklärte der Zoo und warb um Verständnis.

Einer der toten Affen: Europas ältester Zuchtgorilla Massa

Seit 1975 lebte Gorilla Massa im Krefelder Zoo.
Einer der toten Affen ist der Gorilla Massa. Der Silberrücken war 48 Jahre alt und der älteste Zuchtgorilla in Europa.
© deutsche presse agentur

Es ist einer der schwersten Zoo-Unglücke der vergangenen Jahrzehnte. In dem Krefelder Affenhaus starben mehr als 30 Tiere, darunter auch viele Menschenaffen. In den Flammen seien fünf Orang-Utans, zwei Flachland-Gorillas, eine Schimpanse gestorben. Laut einer Sprecherin waren unter den toten Tieren auch kleinere Affen wie goldene Löwenäffchen und Zwergseidenäffchen sowie Flughunde und Vögel. Der Brand hinterlässt einen Millionenschaden.

Großer Zoo-Brand vor neun Jahren in Karlsruhe

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen am Samstag (13.11.2010) im Karlsruher Zoo das Elefantenhaus. Bei dem Brand sind in der Nacht zum Samstag zahlreiche Tiere ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben war das Feuer aus unbekannter Ursache im Streichelzo
Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten am 13. November 2010 im Karlsruher Zoo das Feuer
© picture alliance / dpa, Uli Deck

Einen großen Zoo-Brand, bei dem zahlreiche Tiere ums Leben kamen, gab es in Deutschland zuletzt vor rund neun Jahren in Karlsruhe. Im November 2010 war im Streichelgehege des dortigen Zoos Feuer ausgebrochen, 26 Tiere starben: Alpakas, Zwergziegen, Shetland-Ponys, Zwergesel und Schafe. Vier Elefanten des benachbarten Dickhäuter-Hauses erlitten Verbrennungen. Die Brandursache wurde nie abschließend geklärt.