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Zoll und Polizei warnen: Shisha-Bars werden zum Tummelplatz für Kriminelle

Zoll und Polizei warnen: Shisha-Bars werden zum Tummelplatz für Kriminelle

Eine junge Frau raucht am 21.07.2016 in einer Shisha-Bar in Berlin Tabak der Sorte «Traube-Minze» in einer Wasserpfeife. Shisha-Rauchen liegt im Trend: Die arabische Wasserpfeife ist besonders bei jungen Leuten beliebt.
Der Zoll warnt vor dem wachsenden Geschäft mit illegalem und gesundheitsschädlichem Tabak (Archivbild).
soe kde thn, dpa, Soeren Stache

Zoll: Illegaler Shisha-Tabak-Schmuggel nimmt zu

Wie Pilze schießen die Shisha-Bars in deutschen Städten aus dem Boden. Dort sitzt man gemütlich beisammen, teilt sich eine Wasserpfeife und pustet den süß duftenden Rauch in die Luft. Gerade bei Jugendlichen wird die harmlos anmutende Wasserpfeife immer beliebter und scheint eine Alternative zum Zigarettenrauchen zu sein. Doch Vorsicht: Der Zoll warnt vor dem wachsenden Geschäft mit illegalem und gesundheitsschädlichem Tabak.

Araber-Clans verkaufen den illegalen Tabak an Shisha-Bars und Kioske

Wie der Zoll mitteilte, sind die Straftaten beim Handel mit illegalem Wasserpfeifentabak tendenziell gestiegen. Laut den Zeitungen der Funke-Mediengruppe führte der Zollfahndungsdienst im Jahr 2013 noch 87 Verfahren, 2017 waren es bereits 143 Ermittlungen.

Mitte November nahm der Zoll eine Shisha-Küche eines Essener Araber-Clans hoch. Dort stellten die Fahnder unfassbare 2.367 Kilogramm Wasserpfeifentabak, Herstellungs- und Verpackungsmaschinen, Produktionszutaten und Verpackungen sicher. Die Zutaten wie Glycerin oder Aromen kamen meist aus dem Ausland. Der fertige Tabak landete dann in Shisha-Bars und Kiosken.

Besonders perfide: Er war in gefälschte Verpackungen eines namhaften Tabakherstellers verpackt. Wie gesundheitsschädigend der gefälschte Tabak ist, wird derzeit noch ermittelt.

Auch Flüchtlinge mischen zunehmend im illegalen Geschäft mit Shisha-Tabak mit

"In unserem Einsatzgebiet erleben wir, wie Kriminelle in angemieteten Lagerhallen, teilweise sogar in Wohnhäusern, eigene Fertigungsstrecken bauen und dort selbst Shisha-Tabak illegal herstellen", sagte René Matschke, Leiter der Zollfahndung in Hamburg, der Funke-Mediengruppe. Vor einigen Jahren sei der Tabak noch aus arabischen und afrikanischen Ländern über Häfen in Rotterdam und Hamburg geschmuggelt worden.

Außerdem haben die Strafverfolgungsbehörden Erkenntnisse, dass zunehmend auch Flüchtlinge im illegalen Geschäft mit Shisha-Tabak mitmischen. In mehreren Verfahren in Norddeutschland, Berlin und Nordrhein-Westfalen sind auch Syrer, Libanesen, Afghanen und Palästinenser unter den Beschuldigten.

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Mehrere Landesregierungen kündigen härteren Kurs an

Mehrere Landesregierungen haben bereits einen härteren Kurs gegen den illegalen Handel mit Shisha-Tabak angekündigt. So sollen sich das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg und das Berliner Landeskriminalamt jetzt in der gemeinsam geführten "Ermittlungsgruppe Zigaretten" zunehmend auf Verfahren konzentrieren, in denen Shisha-Tabak eine Rolle spielt.

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul stellte klar: In Shisha-Bars und deren Umfeld tummeln sich Angehörige krimineller Clans. 485 Objekte wurden in den vergangenen Monaten allein in Nordrhein-Westfalen durchsucht, so Reul. Dabei seien rund 40 Personen festgenommen worden.