Leon Bareither verirrte sich im Schneesturm

Zell am See: So überlebte der vermisste Snowboarder eine Nacht im Wald

10. Januar 2019 - 15:06 Uhr

Snowboarder fand nicht mehr zur Piste zurück

Es stürmte und schneite stark, als Leon Bareither von der Piste abkam. Der 23-Jährige aus Eibelstadt (bei Würzburg) war in Zell am See mit seinem Snowboard unterwegs. Er stürzte einen Abhang herunter und musste die Nacht bei Minusgraden und Lawinengefahr im Schnee verbringen. Erst am nächsten Morgen wurde er entdeckt und gerettet. Im Video erzählt er, wie er die Nacht überlebte.

Leon Bareither irrte zu Fuß durch den Tiefschnee

Deutscher Snowboarder in Österreich vermisst
Die Bergwacht suchte Stundenlang erfolglos nach Leon Bareither. (Foto: Bergrettungsdienst Österreich)

"Ich habe den Ziehweg nicht mehr gesehen. Der Wind hat mich immer weiter nach links getrieben und dann bin ich den Graben runtergestürzt", erzählt Leon im RTL-Interview. Er überlegte, ob er den Abhang wieder hochsteigen sollte. "Das habe ich aber nicht gepackt", erklärt der 23-Jährige. Darum versuchte er, bergab zu kommen.

Gegen 16 Uhr meldeten seine Freunde ihn bei der Polizei als vermisst, weil er von der Piste nicht zurückkam. Die Bergrettung machte sich sofort auf die Suche nach Leon. Aber es herrschte große Lawinengefahr und es wurde schon dunkel. Die Retter mussten die Suchaktion darum gegen 22 Uhr abbrechen.

Was sie nicht wussten: Leon versuchte alles, um gefunden zu werden. Unglücklicherweise konnte er keine Hilfe rufen. Der 23-Jährige hatte sein Handy zwar eingesteckt, als er auf die Piste ging, aber der Akku war inzwischen leer. Leon lief also los. Er versuchte, sich am Lift zu orientieren: "Wo Gondeln sind, sind auch Menschen, dachte ich mir."

Es herrschte große Lawinengefahr

Snowboarder verbringt Nacht im Schnee
Leon verbrachte die Nacht in einem Unterschlupf im Schnee - ein Liftmitarbeiter entdeckte ihn am nächsten Morgen. (Foto: Bergrettungsdienst Österreich)

Als es immer dunkler wurde, wurde ihm klar, dass er nicht weiterlaufen konnte. In der Nähe gab es ein Flussbett und Leon befürchtete, im Dunkeln dort hineinzufallen und nass zu werden. "Dann hätte ich die Nacht nicht überlebt." Also suchte er sich einen Platz, wo er die Nacht verbringen konnte.

Er fand einen umgestürzten Baum, der auf einem Felsbrocken lag. "Unter dem Baum war kein Schnee, sondern Erde", erklärte Leon. "Dort zu liegen, war wärmer als irgendwo im Schnee." Er grub er sich eine kleine Mulde und verbrachte die Nacht in der Höhle. Schlafen konnte er zwar nicht, aber zumindest war er dort windgeschützt.

Er rieb sich sogar mit Erde ab, um nicht noch weiter auszukühlen. Er hatte bei seinem Marsch durch den Tiefschnee geschwitzt. "Ich habe versucht, mir die ganze Zeit positive Gedanken zu machen." Immer wieder sagte er sich: "Du schaffst das, du schaffst das, du schaffst das!"

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"Ich werde jetzt einfach immer ein Handy mitnehmen, das aufgeladen ist"

Snowboarder Leon Bareither gerettet
Leon Bareither wurde nach einer Nacht im Schnee gerettet. (Foto: Bergrettungsdienst Österreich)

Am nächsten Morgen entdeckte dann ein Seilbahnmitarbeiter den Vermissten von der Liftgondel aus. In dem Moment wusste Leon, dass Hilfe unterwegs ist. "Und das war echt das geilste Gefühl", erinnert er sich. Die Retter seilten sich von der Gondel ab und arbeiteten sich durch den hohen Schnee zu Leon durch.

Aufs Snowboardfahren will Leon trotz dieses Erlebnisses nicht verzichten. "Ich werde jetzt einfach immer ein Handy mitnehmen, das aufgeladen ist", meint Leon. "Hätte ich mein Handy einmal aufgeladen, dann wäre ich sofort gefunden gewesen."