Vor 75 Jahren bombardierten die Alliierten Dresden

Zeitzeugin Nora Lang (88): "Ich habe so gezittert"

13. Februar 2020 - 16:58 Uhr

25.000 Menschen starben vor 75 Jahren in Dresden

Nora Lang war gerade einmal 13 Jahre alt, als tausende Bomben über Dresden hagelten. "Ich habe so gezittert, meine Mutter saß wie im Schockzustand da und die Leute sagten zu ihr: 'Kümmern Sie sich mal um ihre Tochter", schildert die 88-Jährige. Das war heute vor genau 75 Jahren. 25.000 Menschen starben in Dresden.

Nora Lang spricht mit Schülern über ihre Erlebnisse

Amerikanische und britische Bomber legten das für das Naziregime wichtige Dresden in Schutt und Asche - unter anderem mit 650.000 Brandbomben. Auch das Haus von Nora Lang und ihren Eltern wird getroffen. Die Familie überlebt. Mit einer Schulklasse spricht Nora Lang über ihre Erlebnisse. Das will sie auch in Zukunft noch so lange tun, wie es ihr möglich ist - sie weiß nämlich, was Krieg bedeutet. Die ganze Geschichte dieses denkwürdigen Tages erzählt Nora Lang im Video.

Rechtsextreme nutzen Angriffe, um Schuld Deutschlands zu relativieren

Die Luftangriffe werden regelmäßig von Rechtsextremen instrumentalisiert, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren. Unter Völkerrechtlern und Historikern, auch in Großbritannien, sind die Bombardements umstritten. Nach Ansicht des Luftkriegsforschers Jens Wehner können die Luftangriffe auf Dresden nicht ohne den Kriegsverlauf betrachtet werden: "Wenn Dresden ein Kriegsverbrechen war, dann waren das auch viele andere Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg - ob nun von Deutschen oder Alliierten begangen. Egal, wie man diese Bombardierung bewertet: Dresden taugt nicht zur Umdeutung des Krieges", sagte der Forscher.