Das Bundesumweltministerium übt einem Zeitungsbericht zufolge Kritik am dem Gutachten, das für Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Bewertungsgrundlage für die geplante Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken ist. Kosten, die private Haushalte künftig jährlich für den Klimaschutz zahlen müssten, seien zu hoch angesetzt worden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine interne Einschätzung des Ministeriums. Die angesetzten knapp 2.000 Euro durch höhere Mieten und steigende Verkehrskosten seien Extremfälle, "die offensichtlich bewusst ausgewählt worden sind, um Klimaschutz und Umstrukturierung der Energieversorgung zu diskreditieren", zitierte die Zeitung aus dem Papier. Das Papier werfe den Gutachtern zudem vor, den "Nutzen einer ambitionierten Klimapolitik und der Entwicklung von zukunftsorientierten Energieversorgungsstrukturen" zu ignorieren, hieß es in dem Bericht. Der Zeitung zufolge bestätigte das Ministerium die Existenz der Einschätzung. Umweltminister Norbert Röttgen erklärte dazu jedoch, ihm sei das Papier nicht bekannt. "Es ist inhaltlich nicht maßgeblich." Das Gutachten werde von ihm nicht infrage gestellt.