Zeitung berichtet von "minutiös geplantem Terrorangriff" auf Länderspiel in Hannover: Wie konkret war die Gefahr?

26. November 2015 - 12:45 Uhr

Ermittlern sollen Namen von Terroristen vorliegen

Wie knapp ist Deutschland einem Anschlag entkommen? Laut der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntags-Zeitung' denkbar knapp. Ein "minutiös geplanter Terrorangriff" auf das Fußball-Länderspiel am vergangenen Dienstag in Hannover ist nach Zeitungsinformationen nur kurzfristig durch die Absage des Spiels gescheitert. Das Blatt beruft sich bei diesen Informationen auf deutsche Sicherheitskreise. Die Gruppe, die den Anschlag demnach plante, könne immer noch zuschlagen, wird spekuliert.

Polizisten stehen am 17.11.2015 vor dem geschlossenen Stadion in Hannover und sperren den Bereich ab.
Polizisten stehen am 17.11.2015 vor dem geschlossenen Stadion in Hannover und sperren den Bereich ab. Wegen einer ernstzunehmenden Terrorwarnung war das Spiel kurzfristig abgesagt und das bereits geöffnete Stadion evakuiert worden
© dpa, Julian Stratenschulte

Der französische Geheimdienst habe dem deutschen Verfassungsschutz mitgeteilt, dass eine Terroristengruppe fünf Bomben zünden wolle - drei davon im Stadion, eine an einer Bushaltestelle und eine an einem Bahnhof, so die Zeitung. Es seien auch Namen von Terroristen mitgeteilt worden. Den Sicherheitsbehörden seien diese bisher nicht bekannt gewesen. Um diese Personen zu finden, würden nun sogenannte Gefährder beobachtet.

Seit Donnerstag ermittelt der Generalbundesanwalt nach der Absage des Spiels. In Hannover wurde bislang kein Sprengstoff gefunden - laut Zeitungsbericht möglicherweise wegen der rechtzeitigen Spielabsage, aufgrund derer die Gruppe ihre Anschläge verschoben habe. Das Spiel am vergangenen Dienstag hatte um 20.45 Uhr stattfinden sollen, die Absage der Polizei erfolgte gegen 19.20 Uhr.

Schweigen bei Generalbundesanwaltschaft, Bundesinnenministerium und Polizei

Verifizieren lassen sich die Angaben zumindest derzeit nicht. Anderslautenden Medienberichten zufolge haben die Sicherheitsbehörden keine Hinweise auf eine derartige Terrorzelle mit Anschlagsplänen. In Sicherheitskreisen gebe es unterschiedliche Bewertungen zur Glaubwürdigkeit der Terrorwarnung der Franzosen, heißt es beispielsweise im ZDF. Man suche unter Hochdruck nach Informationen, etwa zum angeblichen Anführer der Terrorgruppe, Abdul F.

Ein Sprecher der Generalbundesanwaltschaft wollte wegen der laufenden Ermittlungen keine Angaben machen. Auch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte nur, die Situation werde weiter beobachtet. In Hannover wollte sich bei der Polizei zu den Berichten niemand äußern, dies sei allein dem Generalbundesanwalt vorbehalten, sagte ein Polizeisprecher.