#wirbleibenmehr

Zehntausende feiern beim "Kosmos Chemnitz"-Festival für Weltoffenheit

05. Juli 2019 - 12:38 Uhr

#wirbleibenmehr: Zeichen für friedliche und tolerante Gesellschaft setzen

Party und klare politische Statements: Chemnitz hat am Donnerstag ein friedliches Fest der Demokratie gefeiert. Nach Angaben der Organisatoren kamen 50.000 Menschen zum Festival "Kosmos Chemnitz - Wir bleiben mehr".

Herbert Grönemeyer, Tocotronic & Co. rocken die Bühne

Auf der Bühne standen etwa Tocotronic, Rapper Alligatoah und Loveparade-Gründer Dr. Motte. Zum Abschluss sang Herbert Grönemeyer - und sagte: "Das Land ist unser Land. Wir halten es fest und stabil und lassen es nicht nach rechts ausschwenken." Die sächsische Großstadt war nach rechten Demonstrationen und fremdenfeindlichen Übergriffen bundesweit in den Blickpunkt gerückt. Mit dem Festival will Chemnitz ein Zeichen für eine friedliche, weltoffene und tolerante Gesellschaft setzen. "Wir sind mehr als ein Konzert. Wir wollen #wirsindmehr fortschreiben. Wir werben für eine offene Gesellschaft", sagte Sören Uhle, Geschäftsführer der Stadtmarketing-Gesellschaft.  

Sächsische Stadt wird zum Pulverfass

Beim Konzert #wirsindmehr hatten am 3. September 2018 etwa die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet oder Kraftklub vor 65.000 Menschen gespielt. Es war eine Reaktion auf rechte Demonstrationen und fremdenfeindliche Übergriffe in der Stadt, nachdem kurz zuvor ein 35-jähriger Deutscher am Rande des Stadtfestes vermutlich von Asylbewerbern erstochen worden war.

Nach der tödlichen Messerattacke muss sich ein Tatverdächtiger aus Syrien wegen gemeinschaftlichen Totschlags vor Gericht verantworten. Ein zweiter mutmaßlicher Täter aus dem Irak ist auf der Flucht und wird weltweit gesucht. Die Gewalttat vom vorigen August sollte bei "Kosmos Chemnitz" nur indirekt eine Rolle spielen. "Das Ereignis war Auslöser dafür, dass wir uns mit Toleranzfragen auseinandersetzen müssen", sagte Uhle.